USA: Inflationsrate nur leicht rückläufig

veröffentlicht am 11. Mai 2022

USA: Inflationsrate nur leicht rückläufig

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Die den gesamten Warenkorb repräsentierende „Headline“-Inflation sank in den USA im April lediglich von 8,5% auf 8,3%. Erwartet war ein etwas stärkerer Rückgang.

Vor einem Jahr kletterte sie mit 4,2% erstmals deutlich über den Zielwert der US-Notenbank von 2%. Danach setzte ein rasanter Anstieg ein, der im März dieses Jahres mit 8,5% seinen Hochpunkt markiert haben könnte.

Preistreiber war auch im April die Energie, die gut 30% teurer war als vor einem Jahr. Der Treibstoffpreis lag sogar knapp 45% über dem Vorjahresniveau. Für Neuwagen mussten gut 13%, für Gebrauchtwagen knapp 23% mehr bezahlt werden als vor einem Jahr. Lebensmittel verteuerten sich um 9,4%.

Kernrate zurück auf 6,2%
Die Kernrate der Inflation wird ohne die besonders schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelpreise gemessen. Sie ging im April auf 6,2% zurück und könnte im März mit 6,5% ebenfalls ihren Hochpunkt erreicht haben.

Inflationsprognose 2022: 7%
Für das Gesamtjahr 2022 erwarten wir weiterhin eine jahresdurchschnittliche Headline-Inflationsrate von 7% und eine Kernrate von 5,5%.
Im nächsten Jahr sollten die Teuerungsraten zwar in den Bereich um 3% zurückkommen, den Zielwert der Notenbank von 2% damit jedoch erneut deutlich verfehlen.

Was macht die Rendite?
Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe ist in den vergangenen Monaten kräftig gestiegen und liegt aktuell bei rund 3%. Sie dürfte bereits sehr viele der noch von der Notenbank erwarteten geldpolitischen Straffungsmaßnahmen vorweggenommen haben und sollte sich am Jahresende 2022 auf dem aktuellen Niveau befinden.

Fazit: Der Rückgang der Inflationsraten scheint sich relativ zäh zu gestalten, so dass die US-Notenbank keinen Anlass hat, von der signalisierten kräftigen Straffung der monetären Zügel abzuweichen.