Jahresauftakt 2022: Wenig Wachstum bei ausufernder Inflation

veröffentlicht am 29. April 2022

Jahresauftakt 2022: Wenig Wachstum bei ausufernder Inflation

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Nachdem mittlerweile die Wirtschaftsdaten zahlreicher bedeutender Volkswirtschaften für das 1. Quartal vorliegen, wird immer klarer, dass die Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in diesem Jahr deutlich geringer ausfallen werden als im Vorjahr. Ursächlich ist der verhaltene Jahresauftakt und ein sich abzeichnendes wachstumsarmes Sommerhalbjahr.

Wachstumsraten relativ gering

Die höchste BIP-Wachstumsrate verzeichnete im 1. Quartal Spanien mit einem Plus von 0,3%, gefolgt von Deutschland und der Euro-Zone mit jeweils +0,2%. Frankreichs Wirtschaftsleistung blieb unverändert. Und in Italien und den USA schrumpfte das BIP sogar um 0,2% bzw. 0,4%.

Inflationsraten sehr hoch

Gleichzeitig liegen die Inflationsraten immer noch weit über dem Zielwert der Notenbanken von 2%. Nach dem Preissprung im März legten die Verbraucherpreise im April zwar nicht mehr ganz so stark zu. Gleichwohl zeichnet sich keine Entspannung ab, denn der rasante Anstieg der Erzeugerpreise signalisiert, dass in den kommenden Monaten mit ausgeprägten Zweitrundeneffekten zu rechnen ist. Mit anderen Worten: Die Inflationsraten dürften im gesamten Jahr 2022 in der Nähe des aktuellen Niveaus bleiben. Eine Entspannung ist erst 2023 zu erwarten. Die Rückkehr zu den Zielwerten dürfte kaum vor 2024 gelingen.

Fazit: Das gesamte Jahr 2022 dürfte von relativ geringen Wachstumsraten und ungewöhnlich hohen Inflationsraten geprägt bleiben.