Wochenausblick Aktien: Gedämpfte Stimmung beim DAX

veröffentlicht am 25. November 2021

Wochenausblick Aktien: Gedämpfte Stimmung beim DAX

 

Der Deutsche Aktienindex (DAX) verbuchte in der abgelaufenen Woche erstmals seit längerer Zeit vier Tage in Folge rückläufige Kurse und fiel in den Bereich unterhalb der 16.000-Punkte-Marke zurück. Damit schnitt er schlechter ab als die US-Börsen, die sich von der neuerlichen Verschärfung der Corona-Lage in Europa recht unbeeindruckt zeigten. Nach dem Ende der Quartalsberichtssaison kam von Seiten der Unternehmen wenig Unterstützung. Bei den Konjunkturdaten zeigt sich ein gemischtes Bild: Während die deutlich anziehenden Verbraucherpreise offensichtlich – gemessen am GfK-Konsumklima-Barometer – für schlechte Stimmung bei den deutschen Konsumenten sorgen, fiel das Bild auf der Unternehmensseite nicht ganz so negativ aus: Zwar sank der ifo-Geschäftsklimaindex das 5. Mal in Folge, mittlerweile werden aber z. B. von der Automobilindustrie die Exportaussichten wieder günstiger bewertet, da sich die Nachschubsituation bei Mikroelektronik-Bauteilen wieder etwas zu entspannen scheint.

In den USA gab es ein gemischtes Bild: Während die wöchentlichen Arbeitslosen-Neuanmeldungen auf ein seit November 1969 nicht mehr beobachtetes Niveau fielen, gingen die Auftragseingänge für langfristige Investitionsgüter unerwartet zurück. Bei der US-Notenbank scheint sich nach der Nominierung des bisherigen Präsidenten für eine zweite Amts-zeit und nach Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle ein klarer Kurs weg von der ultralockeren Geldpolitik abzuzeichnen.

Wie geht es weiter?

In den nächsten Wochen wird das Hauptaugenmerk der Marktteilnehmer weiter auf der Entwicklung der Verbraucherpreise liegen, da dies der wichtigste Einflussfaktor für die Geldpolitik der Notenbanken ist. Gäbe es dort unerfreuliche Überraschungen, etwa durch einen weiteren deutlichen Anstieg der Energiepreise und eine sich abzeichnende Lohn-Preis-Spirale, dürfte vor allem die Europäische Zentralbank unter Druck geraten. Vor dem Hintergrund des erreichten Bewertungsniveaus dürften die Aktien-märkte nicht unbeeindruckt von möglichen Zinssteigerungen sein. Dies gilt insbesondere für Wachstumsaktien, die einen größeren Teil ihrer Gewinne in der Zukunft erwirtschaften und da-her zinssensitiver sind. Nach wie vor gehen wir aber davon aus, dass sich der Anstieg der Verbraucherpreise im nächsten Jahr abschwächen wird, auch wenn sich diese Abschwächung nun etwas später und von einem höheren Niveau aus zeigen sollte, als noch vor einigen Monaten erwartet.

Aktien bleiben zudem gerade in einem Umfeld etwas höherer Preissteigerungsraten attraktiv, da sie in Zeiten negativer Realverzinsung einen besseren Werterhalt als Zinsanlagen ermöglichen können. Mit der leichten Korrektur der vergangenen Tage scheint die größte Euphorie am Aktienmarkt verflogen, was per se eine gute Grundlage für eine noch mögliche Jahresendrallye sein kann. Anleger sollten ihre Gesamtgewichtungen unverändert lassen und auf eine ausgewogene Mischung von Themen und Stilen achten. Nachdem bei Wachstumstiteln vereinzelt Gewinnmitnahmen angezeigt sein können, sollten qualitativ hochwertige Substanztitel und Finanztitel nicht vernachlässigt werden.

Stand: 25.11.2021