Einkaufsmanager wieder optimistischer

veröffentlicht am 23. November 2021

Einkaufsmanager wieder optimistischer

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Die Einkaufsmanagerindizes (PMI) in Deutschland, Frankreich und der Euro-Zone blieben auch im November in allen Ausprägungen klar oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Indexpunkten. Der Aufschwung dürfte sich nach einer winterlichen Abkühlung im nächsten Jahr fortsetzen.

Industrie bleibt auf Wachstumskurs

Der Optimismus der industriellen Einkaufsmanager ist im November per Saldo wieder etwas gewachsen. Anscheinend geht man davon aus, dass sich die Engpässe bei der Beschaffung von Rohstoffen und Vorleistungsprodukten im nächsten Jahr langsam auflösen.

Der deutsche PMI gab zwar auf 57,6 Punkte nach (-0,2), blieb aber auf einem hohen Niveau. Frankreichs Industriewert verbesserte sich auf 54,6 Punkte (+1,0), in der Euro-Zone legte der PMI Industrie auf 58,6 Punkte zu (+0,3). Damit wird die europäische Industrie auch 2022 eine starke Säule des Wachstums bleiben.

Dienstleister wieder optimistischer

Die im Mai begonnene Erholung der Stimmung im Dienstleistungssektor erhielt im Spätsommer einen schweren Dämpfer. Im November hellte sich die Stimmung jedoch wieder deutlich auf.

So lagen die Service-PMI mit 53,4 Punkten (+1,0) in Deutschland, 58,2 (+1,6) in Frankreich und 56,6 (+2,0) in der Euro-Zone weiterhin klar oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Indexpunkten. Der Dienstleistungssektor dürfte daher im neuen Jahr ebenfalls zum Wachstum beitragen.

Composites deutlich erholt

Die Gesamtindizes (Composite) legten im November deutlich zu, liegen jedoch immer noch weit unter der 60-er Marke. Diese stellt erfahrungsgemäß den oberen Rand des PMI-Spektrums dar und wurde nur selten übertroffen.

Während der deutsche Composite mit 53,4 Zählern (+1,0) etwas zurückblieb, näherten sich die Gesamtindizes in Frankreich mit 56,3 (+1,6) und in der Euro-Zone mit 55,8 (+1,6) langsam wieder der Top-Marke.

Fazit: Die aktuellen Einkaufsmanagerindizes unterstreichen unsere Einschätzung, dass sich der konjunkturelle Aufschwung nach einer winterlichen Abkühlung im nächsten Jahr in kräftiger Form fortsetzen wird.

Hintergrund: Was ist ein PMI?

Einkaufsmanagerindizes sind auch als PMI (Purchasing Managers Index) bekannt. Sie gelten als recht zuverlässige Frühindikatoren für die kurzfristige konjunkturelle Entwicklung. PMI werden sowohl für die Industrie als auch für den Dienstleitungssektor erhoben. Sie zeigen an, ob eine Volkswirtschaft wächst, stagniert oder schrumpft.

Einkaufsmanagerindizes basieren auf monatlichen Befragungen von mehreren hundert Unternehmen. Gefragt wird nach der erwarteten Entwicklung von Kenngrößen wie Produktion, Auftragseingang, Beschäftigung, Lieferzeiten und Lagerbestand. Aus den Antworten werden die PMI berechnet.

Dabei gilt ein Wert von 50 als Wachstumsschwelle, als neutral. Bei 50 Punkten erwarten die befragten Unternehmen in der Summe keine Veränderung gegenüber dem Vormonat, also Stagnation.

Werte über 50 signalisieren eine Verbesserung, also Wachstum.

Liegt ein industrieller PMI unter 50 Punkten, wird mit einer schrumpfenden Industrieproduktion gerechnet.

Je größer die Abweichung von der Wachstumsschwelle, desto ausgeprägter ist der Aufschwung (über 50) bzw. der Abschwung (unter 50).

PMI für alle wichtigen Volkswirtschaften 

Einkaufsmanagerindizes werden für alle bedeutenden Volkswirtschaften erhoben. Der älteste ist der amerikanische Purchasing Managers Index, erstmals berechnet 1931.

PMI bewegen sich im Normalfall zwischen 40 und 60 Punkten. In Extremzeiten sind vorübergehend auch höhere oder tiefere Werte möglich.

So fielen die Industrie-PMI in der Corona-Krise in den unteren 30-er Bereich, die Dienstleister sogar bis auf die 10-er Linie.

Im März 2021 stellte der deutsche Industrie-PMI mit 66,6 Punkten einen neuen Rekord auf, während der Einkaufsmanagerindex aus Chicago seinen Höchststand von 76,6 Zählern bereits im Februar 1973 markierte.