China schwächelt

veröffentlicht am 18. Oktober 2021

China schwächelt

China verzeichnete im 3. Quartal eine ausgeprägte konjunkturelle Abkühlung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im Vergleich zum Vorquartal nur noch um magere 0,2% zu. Im Vorjahresvergleich meldete das Nationale Statistikbüro einen Zuwachs um 4,9%. Beide Werte lagen unter den Erwartungen.

Dienstleistungen dominierten

Im den ersten 3. Quartalen 2021 betrug das BIP insgesamt 82,3 Bill. Renminbi (RMB). 55% des BIP (bzw. 45,1 Bill. RMB) wurden im Dienstleistungssektor generiert, 39% (32,1 Bill. RMB) entfielen auf die Industrie und 6% (5,1 Bill. RMB) auf die Landwirtschaft.

Starker Außenhandel

Während die Exporte bis Ende September um 22,7% auf 15,5 Bill. RMB schnellten, expandierten die Importe um 22,6% auf 12,8 Bill. RMB. Daraus resultierte ein Außenhandelsüberschuss von knapp 2,8 Bill. RMB, der maßgeblich dazu beigetragen haben dürfte, dass China eine positive Quartalswachstumsrate melden konnte.

Wie geht es weiter?

Das Quartalsplus von 0,2% lag weit unter den bisher üblichen Quartalswachstumsraten. Lediglich im 1. Quartal wurde schon mal ein Zuwachs von lediglich 0,2% erzielt. In der Annahme, dass sich das Wachstumstempo im laufenden Schlussquartal wieder beschleunigt, zeichnet sich für das Gesamtjahr 2021 eine Wachstumsrate des BIP von knapp 8% ab.

BIP 2022: plus 4% bis plus 5%

In China genießt die Höhe der Wachstumsrate anscheinend nicht mehr die höchste Priorität. Dies passt zu der sich abzeichnenden Entwicklung, der zufolge das BIP im nächsten Jahr bestenfalls um 5% zulegen dürfte. Dabei sind Quartalswachstumsraten von jeweils 1% unterstellt. Sollten sie geringer ausfallen, könnte Chinas BIP 2022 lediglich um 4% expandieren.

Fazit: Chinas Aufschwung kühlt sich stark ab. Die Wachstumsraten dürften in den nächsten Jahren geringer ausfallen, als bisher üblich. Dies dämpft auch die konjunkturellen Perspektiven in Deutschland, denn China ist seit Jahren der bedeutendste deutsche Handelspartner. Zudem produzieren zahlreiche inländische Unternehmen im Reich der Mitte. Der Aufschwung in China wird sich fortsetzen, das Wachstumstempo dürfte sich jedoch weiter verringern.