Konjunktur und Preise

veröffentlicht am 15. Oktober 2021

Konjunktur und Preise

 

Stand 15.10.2021

 

China: Wachstumsrate BIP

Auch in China hat sich die Konjunktur in den vergangenen Monaten abgekühlt. Dies dürfte sich in geringeren Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausgedrückt haben. Gemäß der Konsensschätzung expandierte das BIP im 3. Quartal um 0,5% zum Vorquartal und 5,2% zum Vorjahr. Klammert man die „Corona-Quartale“ von Anfang 2020 bis Mitte 2021 aus, so ist das erwartete Jahresplus von 5,2% die Fortsetzung der leicht abwärts gerichteten Tendenz vor der Pandemie. So wiesen die Wachstumsraten bereits in der zweiten Jahreshälfte 2019 die Fünf vor dem Komma auf. In der Annahme, dass sich das Wachstumstempo im laufenden Schlussquartal nur wenig ändert, dürfte das chinesische BIP im Gesamtjahr 2021 um etwa 8% zulegen. Schreibt man die jüngste Entwicklung fort, zeichnet sich für das nächste Jahr ein Rückgang der Jahreswachstumsrate in den Bereich um 5% ab.

Frankreich, Deutschland, Euro-Zone: Einkaufmanagerindizes

Die Industrie leidet bei vollen Auftragsbüchern unter gestörten Lieferketten und daraus resultierenden Produktionseinschränkungen. Diese Entwicklung ließ sich bereits vor Monaten an den industriellen Einkaufsmanagerindizes (PMI) ablesen, die von einem sehr hohen Niveau aus zu korrigieren begannen. An den Lieferproblemen hat sich nichts geändert, sie sind teilweise sogar noch ausgeprägter geworden und dürften bis in das nächste Jahr hinein anhalten. Zudem führen die hohen Energiepreise zu steigenden Kosten. Vor diesem Hintergrund dürften die PMIs im Oktober weiter nachgegeben haben. Gleichwohl bewegen sie sich immer noch klar oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Indexpunkten. Die Konjunktur kühlt sich also ab, der Aufschwung sollte jedoch nicht in Gefahr sein.