Wochenausblick Aktien

veröffentlicht am 14. Oktober 2021

Wochenausblick Aktien

Leichte Erholungstendenzen

Nach den Abgaben in den Vorwochen erholten sich die internationalen Börsenbarometer in den vergangenen Handelstagen wieder. Der Deutsche Aktienindex (DAX) stabilisierte sich im Sog der tonangebenden Wall Street oberhalb der Marke von 15.000 Punkten, wobei die Grundstimmung bei den Investoren einen nervösen Unterton behielt. Diese wurde weiterhin beherrscht von den schwelenden Wachstums- und vor allem Inflationssorgen.
Immerhin konnte der drohende Zahlungsausfall der US-Regierung mit der dringend benötigten Zustimmung des Repräsentantenhauses bezüglich einer Erhöhung der Schuldenober-grenze vorerst abgewendet werden. Der finanzielle Spielraum reicht mit der erzielten Einigung nun zumindest bis Dezember.
Auf der Konjunkturseite zeigte sich ein gemischtes Bild. Hierzulande votierten die vom Mannheimer Leibnitz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) befragten Finanzexperten erneut etwas skeptischer hinsichtlich der deutschen Wirtschaftsaussichten.
Dagegen wussten die Exportzahlen aus der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft China nach den Angaben des Pekinger Zollamtes positiv zu überraschen, während die Importe leicht unter den Markterwartungen lagen.
Von der mit Argusaugen beobachteten Preisfront gab es indes keine Entspannungssignale. Die US-amerikanische Teuerungsrate legte im September marginal stärker zu als allgemein angenommen.
Unter den Einzeltiteln spielte sich auf dem heimischen Parkett der Softwareriese SAP in den Vordergrund. Das DAX-Schwergewicht mit einem aktuellen Börsenwert von knapp 150 Mrd. EUR hob im Rahmen vorläufiger Geschäftszahlen seine Prognose für das Gesamtjahr bereits zum dritten Mal an. Die Aktie quittierte diese erfreulichen Nachrichten mit einem sichtbaren Kurssprung.

Wie geht es weiter

Trotz der jüngsten Erholungstendenzen an den internationalen Börsenplätzen wirkt das Geschehen inzwischen wesentlich unruhiger als noch in den Sommermonaten. Die Marktteilnehmer haben zu Anfang des vierten Quartals mit einer Reihe von Belastungsfaktoren umzugehen. Insbesondere schwirren Inflationsängste durch die Handelssäle und halten die lange Zeit verwöhnten Anleger auf Trab.
Die sich verschärfenden Befürchtungen speisen sich aus den immer öfter zu beobachtenden Lieferengpässen rund um den Globus und den teils drastischen Preissteigerungen auf den Rohstoffmärkten. Mit umso mehr Spannung wird die langsam anlaufende Unternehmensberichtssaison eingeläutet. Denn es gilt aufmerksam zu inspizieren, wie sich die international tätigen Konzerne in dem herausfordernden Umfeld bewegen und den Preisdruck abfedern bzw. an die Kunden weitergeben können. Ein leichtfüßiges Übertreffen der Marktprognosen seitens der in Kürze publizierenden Gesellschaften sollte sich aus unserer Sicht entsprechend schwieriger gestalten als in den Vorquartalen. Und auch die Ausblicke dürften den undurchsichtigeren Rahmenbedingungen öfter Rechnung tragen.
Vor diesem Hintergrund sollten sich die Konsolidierungstendenzen an den Aktienmärkten eher fortsetzen. Für den DAX hat die Verteidigung der markanten 200-Tage-Durchschnittslinie bei 15.075 Zählern aus dem taktischen Blickwinkel oberste Priorität.

Stand 14.10.2021