ZEW Indikator: Ausblick eingetrübt

ZEW Indikator: Ausblick eingetrübt

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Der vom Mannheimer Leibnitz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ZEW ermittelte konjunkturelle Frühindikator ging im Oktober zum fünften Mal in Folge zurück. Er lag mit 22,3 Punkten (-4,1) unter den Erwartungen und ist ein weiteres Indiz dafür, dass sich die konjunkturelle Dynamik im Winterhalbjahr abschwächt.

Immer noch mehr Optimisten als Pessimisten

Im Oktober erwarteten 40,4% der Befragten eine konjunkturelle Verbesserung in den kommenden sechs Monaten, während 18,1% mit einer Verschlechterung rechneten. Daraus ergibt sich der aktuelle ZEW Indikator von 22,3 Punkten.

Lage deutlich schlechter

Die aktuelle Lage wurde erstmals seit Februar wieder schlechter eingeschätzt als im Vormonat. Der entsprechende Wert fiel um 10,3 auf 21,6 Punkte zurück.

Ausblick eingetrübt

„Der konjunkturelle Ausblick für die deutsche Wirtschaft hat sich spürbar eingetrübt“, kommentierte das ZEW die aktuellen Umfrageergebnisse.

Höhere Inflationsraten und Langfristzinsen

Knapp die Hälfte der Befragten geht in den kommenden sechs Monaten von steigenden Inflationsraten in Deutschland, der Euro-Zone und den USA aus. Knapp 68% der Befragten prognostizieren höhere Langfristrenditen in der Euro-Zone. In den USA rechnen sogar gut 80% damit.

Ein anderes Bild ergibt sich bei den kurzfristigen Renditen. Gut 84% erwarten nämlich, dass sie in der Euro-Zone unverändert bleiben. In den USA sind es nur noch knapp 60%.

Kein DAX-Rückgang

Den Deutschen Aktienindex (DAX) sehen gut 47% weiter steigen und rund 37% unverändert. Lediglich 16% erwarten fallende DAX-Notierungen.

Keine Dollar-Schwäche

Auch der US-Dollar wird weiterhin positiv gesehen: Nur knapp 19% der Befragten rechnen mit einer Abschwächung zum Euro, rund 37% sehen ihn unverändert und gut 44% erwarten eine weitere Dollar-Aufwertung gegenüber dem Euro.

Fazit: Die ZEW-Daten unterstreichen unsere Einschätzung einer sich im Winterhalbjahr abkühlenden Konjunktur in Deutschland.

Hintergrund:

Vorbote konjunktureller Wendepunkte

Der ZEW Indikator gilt als Vorbote konjunktureller Wendepunkte in Deutschland. Die ZEW Konjunkturerwartungen sind ein Frühindikator für die wirtschaftliche Lage, vergleichbar mit den ifo Geschäftserwartungen. Abgefragt werden die Erwartungen für die kommenden sechs Monate.

ZEW Indikator seit 1991

Seit 1991 werden im Rahmen des ZEW-Finanzmarkttests monatlich bis zu 300 Expertinnen und Experten von Banken, Versicherungen und Finanzabteilungen ausgewählter Großunternehmen kontaktiert. Aktuell werden sie nach ihren mittelfristigen Erwartungen bezüglich der Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung in Deutschland, der Euro-Zone, den USA und China befragt.

Konkret sind es die Erwartungen für die nächsten 6 Monate bezüglich Wirtschaftswachstum, Inflationsraten, Zinsen, Aktienindizes und Wechselkursen.

An der Oktober-Umfrage des ZEW vom 04.10. bis 11.10.2021 beteiligten sich 172 Analysten und institutionelle Anleger.