US-Arbeitsmarkt erneut unerwartet schwach

veröffentlicht am 8. Oktober 2021

US-Arbeitsmarkt erneut unerwartet schwach

Mit der Schaffung von lediglich 194.000 neuen Arbeitsplätzen zeigte sich der US-Arbeitsmarkt im September in einer noch schlechteren Verfassung als im August, als revidiert 366.000 Stellen neu besetzt wurden. Die Arbeitslosenquote ging allerdings mit 4,8% deutlich stärker zurück als erwartet.

Die Anzahl neuer Stellen wurde für den August um 131.000 und für den Juli um 38.000 nach oben revidiert. Seit Jahresbeginn sind damit durchschnittlich rund 560.000 Arbeitsplätze pro Monat neu geschaffen worden.

Die Stundenlöhne stiegen im September um 0,6% zum Vormonat und waren 4,6% höher als vor einem Jahr. Der Monatsanstieg lag über den Erwartungen von 0,4%.

78% aufgeholt

Inklusive der September-Zahlen sind mittlerweile 78% der im März und April 2020 verloren gegangenen 22,2 Mio. Arbeitsplätze wiederbesetzt worden.

Vollbeschäftigung im Sommer 2022

Die US-Notenbank definierte die Rückkehr zur Vollbeschäftigung zu ihrem Hauptziel. Es rangiert noch vor der Gewährleistung stabiler Verbraucherpreise. Wann wird das Ziel erreicht?

Der US-Arbeitsmarkt umfasste vor der Corona-Krise rund 152,5 Mio. Arbeitsplätze. Aktuell sind es 147,6 Mio. Es fehlen also noch 4,9 Mio. Stellen.

Sollte das Durchschnittstempo der vergangenen neun Monate bei der Schaffung neuer Stellen gehalten werden, braucht es noch knapp neun Monate bis zur Erreichung der Arbeitsmarktlage vor der Krise. Das Ziel dürfte also im Sommer 2022 erreicht sein.

Fazit: Trotz der geringen Schaffung neuer Stellen ist es angesichts der weiter gesunkenen Arbeitslosenquote und spürbar steigender Löhne zunehmend wahrscheinlich, dass die US-Notenbank zum Jahreswechsel damit beginnt, die Anleihekäufe von monatlich 120 Mrd. USD zurückzufahren.