Die Unternehmerformel

veröffentlicht am 6. Oktober 2021

Die Unternehmerformel

 

Auf der Suche nach einem aussichtsreichen Aktien-Investment wird häufig in erster Linie auf die fundamentalen Daten eines Unternehmens abgestellt. Entscheidend dabei: Wie hoch ist das erwartete Umsatz- und Gewinnwachstum und wie entwickeln sich die Margen? Die Kennzahlenanalyse ist vor allem deshalb so bedeutend, weil der faire Unternehmenswert unter anderem von den langfristig zu erzielenden Cashflows abhängt. Zudem stehen in vielen Fällen Unternehmen in der Investorengunst, die sich insbesondere mit ihrem Geschäftsmodell von der Konkurrenz deutlich abgrenzen können und einen Schutzwall, etwa mittels Patenten oder einer starken Marke, aufbauen können.

Doch Unternehmen und Geschäftsmodelle ändern sich im Verlauf der Jahre. Prognosen müssen regelmäßig angepasst werden, vor allem wenn sich die Rahmenbedingungen – etwa im Hinblick auf die Konjunktur – ändern. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Voraussetzungen bei einem Unternehmen idealerweise vorliegen sollten, um möglichst gut auf ein verändertes Marktumfeld und Herausforderungen reagieren zu können.

Familiengeführte Unternehmen

Bei Familienunternehmen steckt das Rüstzeug hierfür bereits in der DNA. Hierbei handelt es sich um Gesellschaften, bei denen eine oder mehrere natürliche Personen aus einem Familienverband über wesentliche Eigentums- und Entscheidungsrechte verfügen. Das schließt sowohl den Gründer als auch nachfolgende Generationen innerhalb der Familie ein. Mit dem Eigentumsanteil am Unternehmen ist meist auch die Beteiligung an der Leitung (Vorstand) oder Überwachung (Aufsichtsrat) verbunden.

Das aus Anlegersicht Interessante an der DNA von Familienunternehmen ist der hohe Anreiz, das Familienvermögen zu wahren und zu mehren. Die Familie ist mit dem eigenen Vermögen im Unternehmen investiert und daran gebunden. Sie setzt ihr eigenes Geld ein und verliert Vermögen, wenn etwas schiefgeht. Darüber hinaus besteht ein hohes Interesse daran, ein gut aufgestelltes Unternehmen an die nachfolgenden Generationen übergeben zu können. Es ist wie das eigene Kind, das man aufwachsen sieht und alles dafür tut, dass es sich gesund und erfolgreich entwickelt.

Quelle: Credit Suisse Research Institute, The Family 1000 (Stand: 31.12.2019)

Die Credit Suisse führt regelmäßig Untersuchungen durch, in der die finanzielle Lage von Familienunternehmen mit Nicht-Familienunternehmen verglichen wird. Im Ergebnis zeigt sich seit Beginn der Erhebung im Jahr 2006, dass familiengeführte Gesellschaften in jedem Jahr eine höhere Rentabilität (Cash Flow Return on Investment) verzeichnet haben. Gleichzeitig scheinen Familienunternehmen disziplinierter mit dem Kapital hauszuhalten, denn die Nettoverschuldung im Vergleich zum Bruttogewinn (EBITDA: Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) lag in jedem Jahr unterhalb der von Nicht-Familienunternehmen.

Quelle: Credit Suisse Research Institute, The Family 1000 (Stand: 31.12.2019)

 

Erfolg von Familien am Aktienmarkt

Hierin dürften sich auch die langfristige Managementperspektive und die starke Interessenangleichung zwischen Eigentümern und Unternehmensführung widerspiegeln. Aktiennotierte Familienunternehmen stellen den Erfolg in der langfristigen Wertentwicklung unter Beweis. Die Credit Suisse hat einen globalen Index erstellt, bestehend aus familiengeführten Aktiengesellschaften. Im Vergleich mit dem sehr breit diversifizierten globalen Standard-Aktienindex MSCI World zeigt sich eine Outperformance der Familienunternehmen in einem Zeitraum von zehn Jahren.

Quelle: Refinitiv Datastream (Stand: 30.09.2021)

Aber auch im DAX-Universum existiert ein Familienindex, der DAX Plus Family 30-Index. Auch in Deutschland konnten Familienunternehmen im Vergleich der DAX-Indizes eine bessere Wertentwicklung in den vergangenen zehn Jahren erreichen.

Quelle: Refinitiv Datastream (Stand: 30.09.2021)

 

Familienunternehmen als Investment

Für Investoren steht ein vergleichsweise großes Anlageuniversum von aktiennotierten Familiengesellschaften zur Verfügung. Unter den Voraussetzungen eines Familienunternehmens (Stimmrechtsanteile, Tätigkeit im Vorstand oder Aufsichtsrat) und einer Börsenkapitalisierung von mindestens 200 Mio. EUR können in Europa ca. 800 Gesellschaften als investierbar betrachtet werden. Sich indes blindlings an irgendeinem Familienunternehmen zu beteiligen, ist unter dem Gesichtspunkt der Diversifikation indes nicht ratsam.

Stattdessen bietet sich eine Anlage in Form von Investmentfonds an, die speziell in attraktive Familienunternehmen investieren. Sollten Sie Interesse an einer Anlage in familiengeführte Gesellschaften haben, kontaktieren Sie gerne ihre Beraterin oder Ihren Berater.