Wochenausblick Aktien

veröffentlicht am 23. September 2021

Wochenausblick Aktien

Ausgeprägte Tagesschwankungen

Das Geschehen am Kapitalmarkt war in der Berichtswoche von einer zunehmenden Nervosität und ausgeprägten Tagesschwankungen gekennzeichnet. Für Zurückhaltung sorgten die anstehende Sitzung des Offenmarktausschusses der amerikanischen Notenbank sowie die bevorstehende Bundestagswahl.

Gleich zu Wochenbeginn löste die wachsende Angst vor einem Kollaps des chinesischen Immobilienentwicklers Evergrande einen kräftigen Rücksetzer aus, der von Asien ausgehend auf die europäischen und amerikanischen Märkte übergriff. Die Kursverluste konnten allerdings an den Folgetagen mehr als kompensiert werden.

Die Einkaufsmanagerindizes lagen im September deutlich unter den Erwartungen und unterstrichen unsere Einschätzung einer sich abkühlenden Konjunktur. Passend dazu setzte sich die Serie der nach unten angepassten Wachstumsprognosen für Deutschland im laufenden Jahr fort.

Alles in allem steuert der Deutsche Aktienindex (DAX) weiterhin auf einen negativen Monatsabschluss zu. Der September würde damit seinen Ruf unterstreichen, ein relativ schlechter Börsenmonat zu sein.

Wie geht es weiter?

Der fundamentale Datenkranz Deutschlands besteht weiterhin aus einem konjunkturellen Aufschwung, hohen Inflationsraten und einer sich abzeichnenden Straffung der Geldpolitik.

Zudem gibt es wachsende China-Sorgen. Der chinesische Immobilienmarkt ist allerdings mit dem Ausland kaum verflochten, so dass selbst beim Kollaps eines größeren Unternehmens keine Kettenreaktion zu erwarten ist, die die Märkte Europas und Nordamerikas schwer beschädigen dürfte.

Die Konjunktur kühlt sich derzeit ab, weil die Industrie ihre randvollen Auftragsbücher wegen anhaltender Lieferprobleme bei Vorprodukten nicht abarbeiten kann. Die inländische Industrieproduktion fällt daher wahrscheinlich auch in den kommenden Monaten geringer aus, als es die Produktionskapazitäten erlauben. Ein Teil des Aufschwungs verschiebt sich daher in das nächste Jahr, so dass das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland 2022 stärker wachsen dürfte als bisher erwartet.

Die Inflationsraten werden nach unserer Einschätzung noch bis zum Jahresende auf dem ungewöhnlich hohen Niveau bleiben und sich im Laufe des nächsten Jahres deutlich ermäßigen.

Von großer Bedeutung bleibt die künftige Bereitstellung liquider Mittel durch die Notenbanken. Hier gibt es klare Signale, dass die Anleihekäufe in absehbarer Zeit reduziert werden, so dass sich die Zinsauftriebskräfte im kommenden Jahr etwas stärker entfalten dürften.

Alles in allem macht der Markt bei einer immer noch sehr ausgeprägten Kaufbereitschaft einen fragilen Eindruck. Weitere Korrekturen dürften jederzeit möglich sein. Vor diesem Hintergrund bieten sich noch keine Aufstockungen der Aktienanteile in den Depots an. Diese sollten weiterhin eine ausgewogene Mischung aus Substanzwerten und Wachstumstiteln umfassen. Der Aufbau von Liquidität durch Verkäufe ist allerdings angesichts der noch lange andauernden Phase von Negativzinsen auch nicht zielführend.

Stand 23.09.2021