Energiewende als Preistreiber für Industriemetalle

veröffentlicht am 7. September 2021

Energiewende als Preistreiber für Industriemetalle

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Die Rohstoffpreise kennen seit dem Frühjahr 2020 nur einen Weg – den nach oben. Der jüngste Höhenflug beruht zum Großteil auf der Erholung der Energiepreise. Die Energieträger machen rund zwei Drittel des gesamten Rohstoffmarktes und der entsprechenden Indizes wie den S&P GSCI aus. Gleichwohl sind diese „breiten“ Indizes noch weit entfernt von ihren Höchstständen aus dem Sommer 2008. Seinerzeit kostete ein Barrel Nordseeöl rund 150 US-Dollar.

Ganz anders sieht es bei den Industriemetallen aus. So notiert der die sechs Nicht-Edelmetalle Aluminium, Kupfer, Zink, Blei, Nickel und Zinn umfassende London Metal Exchange Index LME bereits wieder in der Nähe seiner historischen Höchststände.

Warum sind Metalle so gefragt?

Der jüngste Anstieg der Rohstoffnachfrage dürfte hauptsächlich dem rasanten globalen Aufschwung geschuldet sein. Eine immer größere Rolle spielt aber die Energiewende. Die Bekämpfung des Klimawandels dürfte sich in den kommenden Jahren zum Haupttreiber der Nachfrage nach Metallen entwickeln

Keine Energiewende ohne Industriemetalle

Für die Produktion erneuerbarer Energien werden enorme Mengen an Rohstoffen gebraucht. So erfordert der Bau einer Windkraftanlage etwa neunmal so viel Material wie ein vergleichbares Gaskraftwerk. Für die Produktion eines Elektroautos werden etwa sechsmal so viel Rohstoffe gebraucht wie für die Herstellung eines Verbrenners. Der Ausbau der Stromnetze erfordert zudem Unmengen an Aluminium und Kupfer. Für die Errichtung von Windkraftanlagen und den Bau von Elektromotoren werden gewaltige Mengen an Stahl und Seltene Erden benötigt. Und die Herstellung von Batterien ist (zumindest bisher) nicht ohne Lithium, Kobalt, Nickel und Mangan möglich.

Den größten Bedarf an Rohstoffen sieht die Internationale Energieagentur IEA in den kommenden 20 Jahren bei Elektroautos und Batterien. Es folgen der Ausbau der Stromnetze, Offshore-Windanlagen und die Solarindustrie. Bis 2040 rechnet die IEA mit einer Vervierfachung der Rohstoffnachfrage, bis 2060 soll der Bedarf sogar auf das Sechsfache anwachsen.

Nach Einschätzung der IEA gibt es zwar mehr als genug Ressourcen. Das Problem ist jedoch die zeitnahe Bereitstellung. Denn von der Erschließung eines Rohstoffvorkommens bis zur Produktion vergehen durchschnittlich 16 Jahre. Damit zeichnet sich ab, dass die Märkte für Industriemetalle in den kommenden Jahren von einem wachsenden Nachfrageüberhang gekennzeichnet sein werden.

Kupfer als Superstar

Kupfer gilt als der Superstar unter den Metallen. Das rötliche Metall ist ein hervorragender Wärme- und Stromleiter und wird für Windturbinen, Energiespeicher, Sonnenkollektoren und die Elektromobilität gebraucht. Letztere ist ohne Kupfer nicht möglich. Darüber hinaus ist Kupfer auch in der gesamten Bauwirtschaft ein unverzichtbarer Rohstoff.

Der Kupferpreis ist dementsprechend stark gestiegen und markierte im Frühsommer neue historische Höchststände. Prognosen gehen davon aus, dass er noch beachtliches Aufwärtspotenzial hat.

Fazit: Die Metallnachfrage wird in den kommenden Jahren kräftig steigen. Das Angebot kann wahrscheinlich nicht entsprechend ausgeweitet werden. Logische Folge wäre ein anhaltender Aufwärtstrend bei den Preisen für Industriemetalle.

Können Anlegerinnen und Anleger von dieser Entwicklung profitieren? Gibt es entsprechende Investmentmöglichkeiten?

Ja, die gibt es. So besteht die Möglichkeit, über ein Investment in Aktien global tätiger Rohstoffunternehmen an der Wertentwicklung dieser Unternehmen teilzuhaben.

Sollten wir Ihr Interesse für Industriemetalle geweckt haben, kontaktieren Sie bitte ihre Beraterin oder Ihren Berater.