Deutschland: Außenhandel als Wachstumsbremse

veröffentlicht am 24. August 2021

Deutschland: Außenhandel als Wachstumsbremse

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Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands wuchs im 2. Quartal real um 1,6% zum Vorquartal auf 859,3 Mrd. EUR. Motor des Wachstums waren die privaten Konsumausgaben. Als Wachstumsbremse erwies sich der Außenhandel, weil die Importe deutlich stärker zulegten als die Exporte. Die Sparquote ging auf 16,3% des verfügbaren Einkommens zurück.

Konsumausgaben kräftig gestiegen

Im Vergleich zum Vorquartal expandierten die privaten Konsumausgaben um 3,2% und die staatlichen Konsumausgaben um 1,8%. Die Bauinvestitionen und auch die Ausrüstungsinvestitionen legten lediglich um 0,3% zu. Im Außenhandel zogen die Exporte um 0,5% und die Importe sogar um 2,1% an.

Sparquote immer noch sehr hoch

Das verfügbare Einkommen wuchs im Vorjahresvergleich um 3,4%. Die Sparquote ging wegen zunehmender Konsummöglichkeiten von 22% des verfügbaren Einkommens auf 16,3% zurück. Sie liegt jedoch immer noch weit über dem langjährigen Durchschnitt von etwa 10%.

Konsum als Säule des Wachstums

Den mit Abstand größten Wachstumsbeitrag lieferten die privaten Konsumausgaben mit 1,6 Prozentpunkten (Pp). Der Staatsverbrauch trug 0,4 Pp zum Wachstum des BIP bei. Sowohl von den Bau- als auch den Ausrüstungsinvestitionen kam nichts. Der Außenhandel „fraß“ sogar 0,6 Pp. BIP, da die Importe deutlich stärker stiegen als die Exporte. Die Vorratsveränderungen lieferten einen Wachstumsbeitrag von 0,1 Pp.

Nur Frankreich wuchs langsamer

Im Vergleich mit den großen Euro-Ländern und den USA schneidet Deutschland schlecht ab. Im 2. Quartal wies nur Frankreich mit 0,9% eine geringere Quartalswachstumsrate auf. Dabei stagnierte das französische Bruttoinlandsprodukt im 1. Quartal, während es in Deutschland zuvor stark schrumpfte.

In Spanien (+2,8%), Italien (+2,7%) und der Euro-Zone (+2,0%) ging es konjunkturell schneller voran. Die USA wiesen mit +1,6% das gleiche Wachstumstempo auf wie Deutschland. Allerdings expandierte das US-BIP bereits im 1. Quartal um beachtliche 1,5%, während es in Deutschland um 2,0% schrumpfte.

Wie geht es weiter?

Deutschland befindet sich konjunkturell in einem kräftigen Aufschwung auf breiter Basis. Im laufenden 3. Quartal erwarten wir eine Quartalswachstumsrate bis zu 3%. Im Gesamtjahr 2021 dürfte das deutsche BIP um 3% wachsen.