Europäische Berichtssaison Q2 2021 – Massiver Rebound zum krisengeprägten Vorjahr

Europäische Berichtssaison Q2 2021 – Massiver Rebound zum krisengeprägten Vorjahr

In kurzer Abfolge zu der auf Hochtouren laufenden Unternehmensberichtssaison an der Wall Street haben auch die Veröffentlichungen auf dem Alten Kontinent zuletzt richtig Fahrt aufgenommen. Korrespondierend zu den US-Pendants sollten auch die europäischen Konzerne für das Zeitfenster April bis Juni rekordverdächtige Zuwächse bei Umsätzen und Gewinnen vermelden. Die ungewöhnlich hohe Dynamik ist vorrangig der niedrigen Vergleichsbasis aus dem pandemiebedingten Krisenjahr 2020 geschuldet. Im Vorfeld der offiziellen Saison hatten bereits einige DAX-Gesellschaften unerwartet positive Geschäftsentwicklungen vorab publiziert.

Mit dem Rückenwind der prosperierenden Konjunktur im zweiten Quartal dürften demnach die Umsätze der im Stoxx 600-gelisteten Unternehmen laut den Konsensdaten (Quelle: I/B/E/S data from Refinitiv) in der aggregierten Form um über 20 Prozent (Q1 2021: +3,3%) zulegen. Die größten Wachstumsbeiträge werden in diesem Zusammenhang aus den Sektoren Energie und zyklischer Konsum generiert.

 

Unter dem Strich gehen die Experten gar von mehr als einer Verdoppelung der Nettoergebnisse aus. In den vergangenen Monaten wurden die Gewinnschätzungen bereits markant nach oben angepasst. Noch Anfang Mai rechneten die Analysten mit einem Plus von rund 90 Prozent, während die Taxe inzwischen schon bei satten 120 Prozent liegt. Die größten Sprünge sind im zyklischen Bereich bei den europäischen Industriekonzernen zu erwarten.

 

In dieser Phase des Zyklus ist es unheimlich schwer die Steigerungsraten zu bewerten bzw. das Überraschungspotenzial zu greifen. Fest steht, der Rebound aus dem Krisenjahr 2020 heraus ist ungemein kräftig. Der Höhepunkt der Dynamik dürfte mit den Resultaten zum zweiten Geschäftsquartal aber hinter uns liegen.