Vorschau US-Berichtssaison Q2 2021 – Momentum auf dem Höhepunkt

Vorschau US-Berichtssaison Q2 2021 – Momentum auf dem Höhepunkt

In der vergangenen Woche startete die Unternehmensberichtssaison in den Vereinigten Staaten traditionell in Gestalt der amerikanischen Großbanken. Auf die Publikationen der Finanzinstitute folgt gen Monatsende wie gewohnt die Schar an prominenten Technologiefirmen. Was haben wir von den Berichterstattungen zu erwarten?

Korrespondierend zu der Stärke des gesamtwirtschaftlichen Aufschwungs dürften auch die Zuwachsraten auf der Mikroebene mit Blick auf die Historie ihresgleichen suchen, wobei Basiseffekte aufgrund des pandemiebedingt sehr schwachen Vergleichsquartals eine entscheidende Rolle spielen. Ausgehend von dem starken konjunkturellen Rückenwind sollten die aggregierten Umsätze der im S&P 500 gelisteten Gesellschaften laut den Konsensdaten (Quelle: I/B/E/S data from Refinitiv) um stolze 19,2 Prozent ansteigen. Die höchsten Wachstumsbeiträge gehen in diesem Kontext auf die Sektoren Energie und zyklischer Konsum zurück.

 

Auf der Nettoebene gehen die Experten in der Zusammenfassung gar von einem Plus von über 72 Prozent aus. Zu Anfang des zweiten Berichtsquartals lag die geschätzte Rate noch bei 54 Prozent. Über den Dreimonatszeitraum hinweg gab es also – ähnlich zu den BIP-Prognosen – zahlreiche Aufwärtsrevisionen. Derart Vorgehen ist an der Wall Street eigentlich unüblich, denn im Sinne eines erfolgreichen Erwartungsmanagements werden die Vorgaben im Vorfeld der Saison eher nach unten angepasst. Mitverantwortlich zeichnen unter anderem die Finanzinstitute, aber auch der markante Rebound bei den Industrieunternehmen.

 

Summa summarum scheint es so, als hingen die Früchte dieses Mal nicht allzu tief und als ob die Erwartungen der Analysten eben nicht signifikant übertroffen werden könnten. Fest steht, die Ansprüche an die Gewinnentwicklung der US-Dickschiffe sind in Anbetracht der erreichten Flughöhe der Aktienbarometer hoch.