China auf etwas weniger steilem Wachstumspfad

veröffentlicht am 15. Juli 2021

China auf etwas weniger steilem Wachstumspfad

China setzte nach einem fulminanten Start in das laufende Jahr seine beeindruckende konjunkturelle Erholung fort. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im 2. Quartal im Vorjahresvergleich um 7,9% zu und lag im gesamten 1. Halbjahr 2021 bei 53,2 Bill. Renminbi (RMB).

Gegenüber dem Vorquartal sprang die Wachstumsrate von 0,6% auf 1,3%.

Dienstleistungen dominieren

Im 1. Halbjahr 2021 wurden 56% des BIP (bzw. 29,7 Bill. Bill) im Dienstleistungssektor generiert, 39% (20,7 Bill. RMB) entfielen auf die Industrie und 5% (1,1 Bill. RMB) auf die Landwirtschaft.

Starker Außenhandel

Während die Exporte im 1.Halbjahr um 28,1% auf 9,8 Bill. RMB schnellten, expandierten die Importe um 25,9% auf 8,2 Bill. RMB. Daraus resultierte ein Außenhandelsüberschuss von 1,6 Bill. RMB, der einen bedeutenden konjunkturellen Wachstumsbeitrag leistete.

Wie geht es weiter?

Das Quartalsplus hat sich von 0,6% auf 1,3% verbessert. Dieses Tempo dürfte jedoch kaum zu halten sein. Sollte das BIP mit Quartalswachstumsraten von jeweils 1% wachsen, ergibt sich ein Gesamtjahresplus von rund 8,5%. Wir halten dies weiterhin für realistisch.

Im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresquartal rechnen wir mit einer „Normalisierung“ der Wachstumsraten. Sie dürften bei rund 6% im 3. Quartal und gut 4% im Schlussquartal liegen.

Fazit: Chinas Aufschwung hält an. Die Importe erreichten zuletzt sogar einen Rekordwert. Das stärkt die konjunkturellen Perspektiven in Deutschland, denn China ist seit Jahren der bedeutendste deutsche Handelspartner. Zudem produzieren zahlreiche inländische Unternehmen im Reich der Mitte. Der Aufschwung in China wird sich fortsetzen, wenngleich das Wachstumstempo tendenziell abnehmen dürfte.