Wochenausblick Aktien

veröffentlicht am 10. Juni 2021

Wochenausblick Aktien

 

Neuer DAX-Rekord

Auch die zweite Juni-Woche begann mit einem kurzen Höhenflug des Deutschen Aktienindex (DAX) und einem neuen Rekordhoch, das allerdings nicht gehalten werden konnte.

Das Geschehen war geprägt vom Warten. Auf der Agenda standen die US-Inflationsraten für den Mai, die neue mehrjährige Höchststände versprachen, sowie die geldpolitische Sitzung des Rates der Europäischen Zentralbank. Zahlreiche Anleger wechselten anscheinend an die Seitenlinie, um die Entscheidungen der Euro-Währungshüter abzuwarten.

Der leichte Rückgang des ZEW Indikators wurde gelassen hingenommen, befindet sich der konjunkturelle Frühindikator doch immer noch auf einem sehr hohen Niveau und signalisiert einen kräftigen Aufschwung in den nächsten sechs Monaten.

Die Aufwärts-Revision des Euro-Bruttoinlandsprodukts im 1. Quartal fand kaum Beachtung. Sie verbessert jedoch die Startposition für den aktuellen Aufschwung und veranlasste uns zu einer Anhebung der Wachstumsprognose für die Euro-Zone 2021 auf 4,0%.

Wie geht es weiter?

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzt die Strategie der „ruhigen Hand“ fort. Sie hob die Wachstumsschätzungen zwar deutlich an. Die Inflationsraten sollen jedoch in diesem Jahr lediglich den Zielwert erreichen und diesen ab 2022 bereits wieder unterschreiten. Die EZB geht unverändert davon aus, dass der aktuell sehr starke Anstieg der Verbraucherpreise temporärer Natur ist. Vor diesem Hintergrund ist kurzfristig keine Straffung der monetären Zügel zu erwarten.

Ein Rätsel bleiben die zuletzt sogar leicht rückläufigen US-Renditen bei fast euphorischen US-Wachstumsschätzungen und einer rekordhohen Inflationsrate. Spiegelt sich darin die Einschätzung wider, dass die USA nach Überwindung der Pandemie rasch zu moderaten Wachstums- und Inflationsraten zurückkehren und die US-Notenbank gar keine Veranlassung für eine deutlich restriktivere Geldpolitik hat? Sollte dies der Fall sein, könnten Leitzinsen und Renditen noch sehr lange sehr niedrig bleiben. Die Aktienkurse dürften kurzfristig von dieser Seite keine Belastung erfahren. Andererseits sollten sich in diesem Fall die längerfristigen Gewinnschätzungen als übertrieben hoch erweisen und den Aktienmärkten zusetzen.

Es bleibt in diesem Umfeld sehr schwer erkennbar, ob die hohen Inflationsraten temporärer oder struktureller Art sind. Vor diesem Hintergrund bleiben wir bei unserer Strategie. Wir halten an den Beständen fest, bevorzugen angesichts hoher Bewertungen aber weiterhin die weniger schwankungsanfälligen Substanzwerte.

 

Stand 10.06.2021