ZEW Indikator auf sehr hohem Niveau etwas gesunken

ZEW Indikator auf sehr hohem Niveau etwas gesunken

.

Der vom Mannheimer Leibnitz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ZEW ermittelte konjunkturelle Frühindikator ging im Juni um 4,6 Punkte auf 79,8 Zähler zurück. Der Wert lag unter den Erwartungen, ist aber nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau.

Kaum noch Pessimisten

Im Juni erwarteten 81,9% der Befragten eine konjunkturelle Verbesserung und nur noch 2,1% eine Verschlechterung. Daraus errechnete sich der aktuelle ZEW Indikator von 79,8.

Lage extrem verbessert

Die Beurteilung der aktuellen Lage hat sich extrem verbessert. Der entsprechende Wert kletterte um 31,0 auf minus 9,1 Punkte.

Kräftige Konjunkturerholung

„Die wirtschaftliche Erholung schreitet voran. Die Finanzmarktexpertinnen und -experten gehen für das nächste halbe Jahr von einer kräftigen Konjunkturerholung aus“, kommentierte das ZEW die aktuellen Umfrageergebnisse.

Inflationsraten und Langfristzinsen steigen

Fast 85% der Befragten gehen von steigenden Inflationsraten in Deutschland und der Euro-Zone aus, gut 76% erwarten dies in den USA. Knapp zwei Drittel der Befragten prognostizieren höhere Langfristrenditen in der Euro-Zone. In den USA rechnen 76% mit höheren Renditen. Knapp 90% erwarten allerdings weiterhin unveränderte kurzfristige Renditen in der Euro-Zone.

Den Deutschen Aktienindex sehen 43% weiter steigen und knapp 40% unverändert. Gut 17% erwarten fallende DAX-Notierungen.

Dollar uneinheitlich

Der US-Dollar wird uneinheitlich eingeschätzt: Knapp 32% der Befragten rechnen mit einer Abschwächung zum Euro, 41% sehen ihn unverändert und rund 27% erwarten eine Dollar-Aufwertung.

Fazit: Trotz des leicht rückläufigen ZEW Indikators befindet sich Deutschland in einem kräftigen Aufschwung.

Hintergrund:

Vorbote konjunktureller Wendepunkte

Der ZEW Indikator gilt als Vorbote konjunktureller Wendepunkte in Deutschland. Die ZEW Konjunkturerwartungen sind ein Frühindikator für die wirtschaftliche Lage, vergleichbar mit den ifo Geschäftserwartungen. Abgefragt werden die Erwartungen für die kommenden sechs Monate.

ZEW Indikator seit 1991

Seit 1991 werden im Rahmen des ZEW-Finanzmarkttests monatlich bis zu 300 Expertinnen und Experten von Banken, Versicherungen und Finanzabteilungen ausgewählter Großunternehmen kontaktiert. Aktuell werden sie nach ihren mittelfristigen Erwartungen bezüglich der Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung in Deutschland, der Euro-Zone, den USA und China befragt.

Konkret sind es die Erwartungen für die nächsten 6 Monate bezüglich Wirtschaftswachstum, Inflationsraten, Zinsen, Aktienindizes und Wechselkursen.

An der Juni-Umfrage des ZEW vom 31.05.2021 – 07.06.2021 beteiligten sich 187 Analysten und institutionelle Anleger.