US-Arbeitsmarktdaten enttäuschen und beruhigen

veröffentlicht am 4. Juni 2021

US-Arbeitsmarktdaten enttäuschen und beruhigen

Mit der Schaffung von 559.000 Arbeitsplätzen wurde im Mai das Vormonatsergebnis zwar deutlich übertroffen. Gleichwohl lag der Wert weit unter den 650.000 erwarteten neuen Stellen.

Gleichzeitig sorgten die Daten für Beruhigung, denn das Erreichen der Vollbeschäftigung dürfte frühestens im nächsten Sommer gelingen. Die US-Notenbank kann sich also beim Rückzug aus der extrem expansiven Geldpolitik mehr Zeit lassen.

478.200 Arbeitsplätze pro Monat

Die Anzahl neuer Stellen wurde für April um 12.000 und für März um 15.000 nach oben revidiert. Im Durchschnitt der ersten fünf Monate des Jahres wurden 478.200 Arbeitsplätze neu besetzt.

Die Arbeitslosenquote ging im Mai auf 5,8% zurück, etwas stärker als erwartet.

Die Stundenlöhne stiegen zum Vormonat um 0,5% und waren 2,0% höher als vor einem Jahr.

Inklusive der Mai-Zahlen sind mittlerweile 66% der im März und April 2020 verloren gegangenen 22,2 Mio. Arbeitsplätze wiederbesetzt worden. Zum Vor-Corona-Niveau fehlen damit noch 7,6 Mio. Stellen.

Vollbeschäftigung 2022

Die US-Notenbank hat die Rückkehr zur Vollbeschäftigung zu ihrem Hauptziel erklärt. Es rangiert noch vor der Gewährleistung stabiler Verbraucherpreise. Wann wird das Ziel erreicht?

Der US-Arbeitsmarkt umfasste vor der Corona-Krise rund 152,5 Mio. Arbeitsplätze. Aktuell sind es 144,9 Mio. Es fehlen also noch 7,6 Mio. Stellen.

Sollte das Durchschnittstempo der vergangenen fünf Monate bei der Schaffung neuer Stellen gehalten werden, braucht es noch 16 Monate bis zur Erreichung der Arbeitsmarktlage vor der Krise. Die Vollbeschäftigung würde also im Spätsommer 2022 zurückkehren. Bisherige Prognosen erwarteten dies schon in der ersten Jahreshälfte 2022.

Die wirtschaftlichen Perspektiven der USA sind ausgesprochen gut. Der konjunkturelle Aufschwung läuft und erhält Rückenwind vom Arbeitsmarkt. Aus aktueller Sicht wird die Vollbeschäftigung jedoch frühestens im nächsten Sommer erreicht. Die US-Notenbank hat also keine Veranlassung, sich überstürzt aus der extrem expansiven Geldpolitik „hinauszuschleichen“.