Wochenausblick Aktien

veröffentlicht am 8. April 2021

Wochenausblick Aktien

 

Abermals neue Rekordstände

Auch nach den Osterfeiertagen setzte insbesondere der Deutsche Aktienindex (DAX) seine Rekordjagd fort. Nach einem stattlichen Plus von alleine knapp 9 Prozent im Monat März glückte also auch der Start in das zweite Quartal. Dabei reichte die Gipfeltour in der Spitze bis auf rund 15.300 Punkte. Wie bereits in den Vorwochen machten im internationalen Zusammenhang vor allem die Börsenbarometer mit einem eher zyklischen Profil das Tempo.

Verantwortlich zeichnete vor allem der breit angelegte Konjunkturoptimismus der Investoren, der fast täglich neue Nahrung erhielt. Deutlich positiv überraschen konnte unter anderem der vielbeachtete US-amerikanische Arbeitsmarktbericht. Der monatliche Stellenaufbau gewann flankiert von den erfolgreichen Impfkampagnen in den Vereinigten Staaten zuletzt merklich an Dynamik.

Daneben strotzten die jüngsten Unternehmensumfragen in Übersee vor Zuversicht. Der ISM Einkaufsmanagerindex für den Industriesektor kletterte auf den höchsten Stand seit Ende 1983. Damit nicht genug Optimismus, denn das entsprechende Pendant für den Dienstleistungsbereich stieg gar auf einen neuen historischen Höchststand.

Die europäische Gemeinschaftswährung konnte sich in der ersten April-Woche gegenüber dem US-Dollar wieder etwas befestigen.

Wie geht es weiter?

Offensichtlich lassen die Anleger kurz vor dem Wechsel in das zweite Quartal keinerlei Verunsicherung zu. Etwaige Risikofaktoren auch abseits der grassierenden Gesundheitskrise in Europa werden zu diesem Zeitpunkt anscheinend konsequent ausgeblendet. Vielmehr konzentrieren sich die Marktteilnehmer auf das konjunkturelle Erholungsszenario, welches zwar regional unterschiedlich stark bzw. verzögert eintritt, früher oder später aber alle wichtigen Wirtschaftsräume erfassen sollte – soweit die allgemeingültige Meinung unter den Investoren.

Der vermeintliche Hang zur Sorglosigkeit stützt sich neben dem unerschütterlichen Vertrauen in die expansive Politik der Notenbanken auf den Tatendrang des neuen US-Präsidenten. Die Fortschritte bei den Impfkampagnen suchen ihresgleichen. Ferner soll auf die massiven Hilfen für die gebeutelten Konsumenten ein weiteres billionenschweres Programm für die Infrastruktur in der weltgrößten Volkswirtschaft alsbald auf dem Plan stehen.

Ohne Frage, von diesen Aussichten profitieren auch die hiesigen Großkonzerne. Gleichwohl erscheint auf der erreichten Flughöhe das zusätzliche Kurspotenzial unter fundamentalen Gesichtspunkten immer begrenzter. Mit dem Blick auf die weitgehend ausgereizten konventionellen Bewertungsmaßstäbe müssten die bereits ambitionierten Gewinnschätzungen für die Jahre 2021 und 2022 nochmals einen Extraschub bekommen, um ein deutlich höheres Kursniveau zu rechtfertigen. Die Luft wird zunehmend dünner. Kurzfristig erscheinen vor allem die europäischen Aktienmärkte ziemlich heiß gelaufen, so dass zumindest eine Atempause aus unserer Sicht notwendig wäre.

 

Stand 08.04.2021