US-Notenbank bleibt auf Kurs

veröffentlicht am 17. Dezember 2020

US-Notenbank bleibt auf Kurs

Die US-Notenbank (Fed) ließ die Federal Funds Rate im Dezember erwartungsgemäß unverändert bei 0,00% bis 0,25%.

Die Fed kauft jeden Monat für mindestens 120 Mrd. USD Anleihen. Sie wird daran auch im nächsten Jahr festhalten. Erworben werden jeweils für 80 Mrd. USD Staatsanleihen und 40 Mrd. USD hypothekenbesicherte Anleihen.

Durch die Anleihekäufe ist die Bilanz der Fed auf mehr als 7 Bill. USD angewachsen.

Die Fed unterstrich erneut, dass sie die gesamte Bandbreite der geldpolitischen Instrumente nutzen wird, um ihre Ziele zu erreichen. Vorrangiges Ziel ist seit einigen Monaten die Wiederherstellung der Vollbeschäftigung, an zweiter Stelle stehen stabile Verbraucherpreise.

Die Fed wird die Leitzinsen solange nicht anheben, bis wieder Vollbeschäftigung herrscht und die Inflationsrate dauerhaft über dem Zielwert von 2% liegt. Damit dürfte eine Zinsanhebung vor Ende 2023 ausgeschlossen sein.

Fazit: Die US-Notenbank signalisierte, dass sie weiterhin alles unternehmen wird, um den Aufschwung in den USA zu unterstützen. Die US-Zinsen werden noch sehr lange sehr niedrig bleiben.

Projektionen der US-Notenbank

Gemäß den überarbeiten Projektionen der Zentralbankratsmitglieder wird das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr lediglich um 2,4% schrumpfen und 2021 um 4,2% wachsen. Für 2022 und 2023 sind Zuwächse von 3,2% bzw. 2,4% eingeplant.

Hinweis: Die Projektionen der Fed geben die BIP-Veränderung vom Schlussquartal zum Schlussquartal des Vorjahres an. Im Jahresdurchschnitt 2020 dürfte das US-BIP um etwa 3,5% schrumpfen und 2021 um 4,5% wachsen.

Die Arbeitslosenquote dürfte von 6,7% in 2020 auf 5,0% in 2021 und 4,2% in 2022 fallen. 2023 wird mit 3,7% gerechnet.

Bei den Inflationsraten rechnet die Notenbank weiterhin erst 2023 mit dem Erreichen des Zielwertes. Die von ihr besonders beachtete Kernrate der Konsumausgaben (Core PCE, Personal Consumption Expenditures) soll nach 1,4% in diesem Jahr auf 1,8% in 2021 und 1,9% in 2022 steigen. Im Jahr 2023 soll dann der Zielwert von 2,0% erreicht werden.

Die von der Fed hauptsächlich betrachtete Kernrate der Konsumausgaben (Core PCE) hat seit Anfang 2019 ausnahmslos die Eins vor dem Komma. Sie lag im September bei 1,6% und dürfte auch 2021 unter der 2%-Marke bleiben. Damit besteht auf absehbare Zeit kein Grund für eine Verschärfung der Geldpolitik. Die extrem expansive US-Geldpolitik kann also noch längere Zeit fortgesetzt werden.

Die Leitzinsen werden gemäß den Projektionen noch bis 2023 in der aktuellen Spanne von 0,00% bis 0,25% bleiben.