ZEW Indikator eingebrochen

ZEW Indikator eingebrochen

Der vom Mannheimer Leibnitz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ZEW ermittelte konjunkturelle Frühindikator brach im November um mehr als 17 Punkte auf 39,0 Zähler ein. Damit halbierte sich der Indikator seit September, als er mit 77,4 Punkten ein Zwischenhoch markierte.

Erwartungen eingebrochen

Im November erwarteten 53,3% der Befragten eine konjunkturelle Verbesserung und 14,3% eine Verschlechterung. Daraus errechnete sich der aktuelle ZEW Indikator von 39,0.

Lage weiter verschlechtert

Neben den abstürzenden Konjunkturerwartungen wurde auch die aktuelle Lage deutlich schlechter eingeschätzt. Der entsprechende Indikator verlor 4,8 Punkte und blieb mit minus 64,3 Zähler weit „unter Wasser”.

Angst vor neuerlicher Rezession

“Es wird befürchtet, dass die deutsche Wirtschaft erneut in eine Rezession fallen könnte”, kommentiert das ZEW die aktuellen Ergebnisse.

Fazit: Die Entwicklung des ZEW Indikators stärkt unsere Erwartung, dass das Bruttoinlandsprodukt wegen des aktuellen temporären Lockdowns im laufenden 4. Quartal schrumpfen wird.

Hintergrund:

Vorbote konjunktureller Wendepunkte

Der ZEW Indikator gilt als Vorbote konjunktureller Wendepunkte in Deutschland. Die ZEW Konjunkturerwartungen sind ein Frühindikator für die wirtschaftliche Lage, vergleichbar mit den ifo Geschäftserwartungen. Abgefragt werden die Erwartungen für die kommenden sechs Monate.

Bis zu 300 Experten*innen werden befragt

Seit 1991 werden im Rahmen des ZEW-Finanzmarkttests monatlich bis zu 300 Expertinnen und Experten von Banken, Versicherungen und Finanzabteilungen ausgewählter Großunternehmen kontaktiert. Sie werden nach ihren mittelfristigen Erwartungen bezüglich der Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung befragt.

Konkret sind es die Erwartungen für die nächsten 6 Monate bezüglich der Gesamtwirtschaft, Inflationsraten, Zinsen, Aktienindizes, Wechselkurse sowie des Ölpreises.

Der Indikator Konjunkturerwartungen gibt die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung auf Sicht von sechs Monaten in Deutschland wieder.

An der November-Umfrage des Finanzmarkttests vom 02.11.2020 – 09.11.2020 beteiligten sich 183 Analysten und institutionelle Anleger.