Wochenausblick Aktien

veröffentlicht am 22. Oktober 2020

Wochenausblick Aktien

 

Europäische Aktienmärkte fest im Griff der Pandemie

Die rasant steigenden Fallzahlen im Rahmen der Corona-Pandemie und deren potenzielle ökonomische Folgen lasteten zunehmend auf der Stimmung unter den Marktteilnehmern. Vor diesem Hintergrund bröckelten insbesondere die Kurse auf dem Alten Kontinent spürbar ab und der Deutsche Aktienindex (DAX) entfernte sich wieder sehr deutlich von der psychologisch wichtigen Marke von 13.000 Punkten. Gleichzeitig hielt sich der Abgabedruck auf der anderen Seite des Atlantiks im Wochenvergleich in engen Grenzen.

Auf der Konjunkturebene standen vor allem die Wirtschaftsdaten aus dem Reich der Mitte im Fokus. Nach den Angaben des nationalen Statistikbüros verzeichnete China einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr im dritten Quartal. Damit setzt sich die Erholung in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft fort, wobei die Dynamik leicht unter den Erwartungen der Ökonomen lag. Der Status des globalen Wachstumsmotors wurde indes manifestiert.

Hierzulande fiel das von der Nürnberger GfK monatlich ermittelte Barometer für die Verbraucherstimmung nicht gänzlich unerwartet leicht zurück.

Auf der politischen Bühne gab es hingegen wenig Neues. Die Brexit-Verhandlungen erweisen sich nach wie vor als sehr zäh. Ferner steht eine Einigung zwischen den Republikanern und Demokraten in den Vereinigten Staaten über ein zusätzliches konjunkturstimulierendes Fiskalpaket immer noch aus.

Wie geht es weiter?

Scheinbar fällt es den Investoren immer schwerer, das kritische Infektionsgeschehen in Europa in der Risikobewertung der Aktienmärkte wie noch zuvor größtenteils auszublenden. Im Gegenteil, die Meldungen rund um die grassierende Pandemie haben die Anleger und ihre Investitionsentscheidungen wieder fest im Griff. Die Sorgenfalten werden automatisch größer, da neuerliche Einschränkungen eben auch Rückschläge für die eingeleitete gesamtwirtschaftliche Erholung bedeuten würden.

Aus der fundamentalen Brille liegt das Augenmerk in diesen Tagen ganz klar auf der Unternehmensberichtssaison. In Übersee stehen nach dem äußerst starken Auftakt der Großkonzerne mit einem Anteil an positiven Überraschungen von über 80 Prozent nun die mit Spannung erwarteten Publikationen der hochkapitalisierten Technologiegesellschaften oben auf der Agenda. Die ebenfalls angelaufene Saison in Europa mutet mit Sicht auf die aggregierten Gewinnschätzungen und im Bewusstsein des kräftigen konjunkturellen Aufschwungs im dritten Quartal tatsächlich wenig ambitioniert an.

Im Angesicht der latenten Belastungsfaktoren und der erhöhten Risikoaversion der Marktteilnehmer dürfte der heimische Leitindex vorerst in seiner etablierten Handelsspanne zwischen 12.200 und 13.000 Zählern verharren. Gerade in diesen Zeiten lohnt sich insofern der Blick über den Tellerrand in Richtung Asien – insbesondere vor dem Hintergrund deutlich moderaterer Infektionszahlen.

Stand 22.10.2020