US-Arbeitsmarkt erholt sich nur langsam

veröffentlicht am 2. Oktober 2020

US-Arbeitsmarkt erholt sich nur langsam

Mit der Schaffung von 661.000 neuen Stellen setzte der amerikanische Arbeitsmarkt im September seine schleppende Erholung fort. Der Zuwachs lag deutlich unter den Erwartungen. Allerdings wurde der Wert für den August auf 1,489 Mio. nach oben revidiert.

Die Arbeitslosenquote sank im September von 8,4% auf 7,9%.

Die Stundenlöhne stiegen um 0,1% zum Vormonat und waren 4,7% höher als im September 2019.

Damit sind rund 51% der im März und April verloren gegangenen 22,2 Mio. Arbeitsplätze wieder besetzt worden.

Wie geht es weiter?

Die Erholung am amerikanischen Arbeitsmarkt dürfte anhalten, sich jedoch weiterhin recht zäh gestalten. Wir gehen davon aus, dass sich die Anzahl neu geschaffener Arbeitsplätze weiter abflachen wird.

Damit dürfte das Vor-Corona-Niveau von etwa 152 Mio. Arbeitsplätzen frühestens im nächsten Jahr wieder in Sicht kommen. Im September gab es knapp 142 Millionen besetzte Stellen.

Das aktuelle Tempo der Arbeitsmarkt-Erholung dürfte nicht geeignet sein, die Chancen auf eine Wiederwahl des aktuellen Präsidenten zu erhöhen.

US-BIP schrumpft weniger als befürchtet

Anders sieht es beim US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) aus. Gemäß der aktuellen Prognose der US-Notenbankfiliale in Atlanta wuchs es im abgelaufenen 3. Quartal mit einer auf das Gesamtjahr hochgerechneten Rate von fast 35% („GDPnow” vom 1.10.2020).

Sollte diese Schätzung vom U.S. Bureau of Economic Analysis am 29. Oktober bestätigt werden, dürfte das US-BIP im Corona-Jahr 2020 lediglich um 3,5% schrumpfen. Für 2021 würde sich nach unserer Einschätzung ein Zuwachs von 4% ergeben, der allerdings zur Hälfte aus dem statistischen Überhang des Jahres 2020 resultiert.

Die Arbeitsmarktdaten verbessern die Chancen des US-Präsidenten auf eine Wiederwahl am 3. November nicht. Die anscheinend sehr hoch ausfallende Schnellschätzung für das BIP im 3. Quartal dagegen dürfte hilfreich sein. Sie wird am 29. Oktober veröffentlicht.