Inflationsrate im September wieder unter Null

veröffentlicht am 29. September 2020

Inflationsrate im September wieder unter Null

Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich im September in einen „Preisabtrieb” verwandelt.

Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Inflationsrate im September bei minus 0,2%. Auch im Monatsvergleich gab es bei den Verbraucherpreisen einen Rückgang um 0,2%. Beide Werte lagen unter den Erwartungen.

September: Preisindex minus 0,2% zum Vormonat

Der Verbraucherpreisindex ging im Monatsvergleich um 0,2% auf 105,8 Punkte zurück. Saisonüblich wäre ein unveränderter Wert gewesen. Ursächlich für die geringere Teuerung dürfte erneut die temporäre Mehrwertsteuersenkung gewesen sein. Sie gilt noch bis zum Jahresende und wird zumindest teilweise an die Endverbraucher weitergegeben.

September: Inflationsrate minus 0,2%

Die als Inflationsrate bezeichnete Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat lag bei minus 0,2%.

Während sich die Energie um 7,1% verbilligte, zogen die Nahrungsmittelpreise nur noch um 0,6% an.

Die Wohnungsmieten lagen weiterhin um 1,4% über ihrem Vorjahresniveau. Dienstleistungen verteuerten sich erneut um 1,0%.

Wie geht es weiter?

In unserer Modellrechnung bleibt die Inflationsrate im Oktober noch einmal negativ. Ab November sollte sie dann wieder über der Nulllinie liegen und dort auch im nächsten Jahr bleiben. Für das Gesamtjahr 2020 rechnen wir mit einer Inflationsrate von 0,6%.

2021: Inflationsrate 1,0%

Im nächsten Jahr dürften die Teuerungsraten etwas Auftrieb von der Anfang 2021 anstehenden Rückkehr zu den früheren Mehrwertsteuersätzen erhalten. So wie sie in der zweiten Jahreshälfte 2020 von der temporären Mehrwertsteuersenkung gedämpft wurden.

Bis zur Jahresmitte 2021 sollten sich die Inflationsraten zwischen 0,5% und 1,0% bewegen und im zweiten Halbjahr die Eins vor dem Komma annehmen.

Im Jahresdurchschnitt 2021 rechnen wir mit einer Inflationsrate von 1,0%.

Zielwert der EZB weit verfehlt

Die Inflationsrate hat auch im September den Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) von “nahe, aber unter 2%” weit verfehlt. Sie dürfte ihn auch im nächsten Jahr nicht erreichen.

Aus dieser Zielverfehlung leitet die EZB ihre extrem expansive Geldpolitik ab. Sie hat daher keinen Grund, von ihrer Strategie abzuweichen und dürfte den Markt auch weiterhin mit reichlich Liquidität versorgen.

Fazit: Die extrem niedrigen Zinsen dürfte noch mehrere Jahre Bestand haben.