Wochenausblick Aktien

veröffentlicht am17. September 2020

Wochenausblick Aktien

Herbstflaute am Aktienmarkt

Das Geschehen am inländischen Kapitalmarkt verlief in der Berichtswoche in ungewöhnlich ruhigen Bahnen. Der Deutsche Aktienindex (DAX) trat mehrere Tage fast auf der Stelle, ehe es am Donnerstag etwas stärker nach unten ging.

Die Marktteilnehmer warteten gespannt auf die Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (Fed). Wie würde die mächtigste Zentralbank der Welt die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beurteilen? Würde sie ein weiteres Hilfsprogramm für den Arbeitsmarkt starten, nachdem sie die Wieder-erlangung der Vollbeschäftigung erst kürzlich zu ihrem vorrangigen Ziel erklärte? Und würde sie ihre Projektionen für Wachstum und Inflation deutlich anpassen?

Positive Signale kamen am Dienstag vom unerwartet kräftigen Anstieg des ZEW Indikators in Deutschland sowie von erfreulichen Wirtschaftsdaten aus China. Sowohl der Einzelhandelsumsatz als auch die Industrieproduktion bestätigten den klaren konjunkturellen Aufwärtstrend im Reich der Mitte.

Die deutlich verbesserte Datenlage resultierte am Mittwoch in einer Anhebung der Wachstumsprognosen durch die OECD.

Zudem konnte sich das Pfund Sterling etwas erholen, nachdem Großbritannien angeblich Zugeständnisse bei den Fischereirechten machte, um einen „No Deal Brexit” zu verhindern.

Wie geht es weiter?

Die starken konjunkturellen Frühindikatoren und die verbesserten Wachstumsprognosen unterstreichen unsere Einschätzung, dass sich Deutschland in einer kräftigen konjunkturellen Gegenbewegung zum beispiellosen Absturz im Frühjahr befindet. In der Annahme, dass es keinen weiteren bundesweiten Lockdown gibt, sollte sich die Aufwärtsentwicklung in abgeschwächter Form im nächsten Jahr fortsetzen.

Der Aufschwung wird getragen von einer wachsenden Zuversicht, dass die massiven staatlichen Hilfsprogramme greifen und die anhaltend niedrigen Zinsen die gesamtwirtschaftliche Nachfrage zusätzlich ankurbeln.

Keine Rolle spielt derzeit die stark wachsende Staatsverschuldung. Hier wird unterstellt, dass die Staaten nach dem Ende der Corona-Pandemie langfristig aus den Schulden „hinauswachsen” und keine Steuern oder Abgaben erhöhen.

Die Freude über die gute konjunkturelle Entwicklung in Deutschland wird allerdings getrübt vom anscheinend schon wieder abnehmenden Schwung der Erholung in den USA.

Auch die nach wie vor sehr ambitionierte Bewertung der Aktienmärkte fügt immer wieder Wasser in den Hausse-Wein.

Vor diesem Hintergrund kann sich die Herbstflaute noch eine Weile fortsetzen. Gleichwohl halten wir an unserer Empfehlung fest, engagiert zu bleiben und die Bestände bei möglichen Rücksetzern gezielt auf- und auszubauen.

Stand 17.09.2020