Wochenausblick Aktien

veröffentlicht am 30. Juli 2020

Wochenausblick Aktien

 

Berichtssaison läuft auf Hochtouren

Nach dem Gipfelsturm in der vergangenen Woche auf 13.200 Punkte beim Deutschen Aktienindex (DAX) bröckelten die Notierungen in den letzten Handelstagen wieder ab – aus charttechnischer Sicht eine wohlverdiente Abkühlung. Erhöhte Verunsicherung unter den Investoren verursachten die weltweit steigenden Neuinfektionszahlen im Rahmen der globalen Gesundheitskrise, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Die Risikowahrnehmung hinsichtlich einer zweiten Pandemie-Welle und deren potenziellen Folgen für die fragile Erholung der großen Volkswirtschaften verschärfte sich.

Auf der Konjunkturseite konnte der vielbeachtete ifo Geschäftsklimaindex erneut positiv überraschen. Der dritte Anstieg in Folge signalisiert für gewöhnlich eine konjunkturelle Trendwende und macht Hoffnungen auf das zweite Halbjahr. Im Frühjahr brach die heimische Wirtschaftsleistung gemäß der aktuellen Schnellschätzung des Statistischen Bundesamtes noch um rund 10% gegenüber dem Vorquartal ein – mithin der stärkste Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1970.

Für Furore sorgte erneut der Goldpreis, der im Angesicht der anziehenden Risikoaversion historische Rekordhöhen erklomm. Zwischenzeitlich wurde eine Feinunze für 1.980 US-Dollar gehandelt und damit deutlich oberhalb des alten Hochs aus dem Jahr 2011. Seit Jahresanfang summiert sich das Plus nunmehr auf fast 30 Prozent.

Begleitet wurde die Rallye des gelben Edelmetalls von einer anhaltenden Dollar-Schwäche. Die europäische Gemeinschaftswährung setzte ihre Befestigung gegenüber dem Greenback auf bis zu 1,18 US-Dollar fort.

Wie geht es weiter?

Im Mittelpunkt des Interesses steht in diesen Tagen die Unternehmensberichtssaison auf beiden Seiten des Atlantiks, die unmittelbar vor ihrem Höhepunkt steht. Auch wenn die Stilllegung wirtschaftlicher Aktivitäten als Reaktion auf die grassierende Lungenseuche tiefe Spuren in den Erfolgsrechnungen der internationalen Konzerne hinterlassen hat, fällt das Zwischenfazit keinesfalls schlecht aus. Die sehr tief gehängten Erwartungen konnten mehrheitlich übertroffen werden, in den USA in der aggregierten Betrachtungsweise gegenwärtig zu 80 Prozent und auf dem Alten Kontinent zu gut zwei Drittel. Die kurzfristig anstehenden Gewinnausweise der schwergewichtigen US-Technologieheroen dürften in diesem Zusammenhang einen spürbaren Einfluss auf den Richtungsentscheid an den Aktienmärkten haben.

Den nicht von der Hand zu weisenden Risikofaktoren wie den wieder steigenden Fallzahlen bei der Lungenseuche und den politischen Spannungen zwischen den USA und China wirkt die Spendierfreude vor allem der US-Notenbank entgegen. Auf ihrer jüngsten Sitzung bestätigten die amerikanischen Währungshüter die eingeschlagene, großzügige Marschroute. Als Schutzpatronin der Kapitalmärkte sieht sie sich in ihrem Krisenmanagement bestätigt. Vor diesem Hintergrund dürfte das Umfeld für die Anlageklasse Aktien grundsätzlich weiterhin konstruktiv bleiben.

Stand 30.07.2020