Inflationsrate im Juni auf 0,9% gestiegen

veröffentlicht am 29. Juni 2020

Inflationsrate im Juni auf 0,9% gestiegen

 

Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich im Juni spürbar beschleunigt. Vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge lag die Inflationsrate bei 0,9%. Im Monatsvergleich ist der Verbraucherpreisindex um 0,6% gestiegen. Beide Werte lagen deutlich über den Erwartungen.

Juni: Preisindex plus 0,6% zum Vormonat

Der Verbraucherpreisindex legte im Monatsvergleich um 0,6% zu. Saisonüblich wäre lediglich ein Anstieg um 0,1% gewesen.

Juni: Inflationsrate 0,9%

Der als Inflationsrate bezeichnete Anstieg des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat lag im Juni bei 0,9%.

Preistreibend entwickelten sich insbesondere die Nahrungsmittel (+4,4% zum Vorjahr), während sich die Energie um 6,2% verbilligte. Die Wohnungsmieten lagen wie in den Vormonaten um 1,4% über dem Niveau des Vorjahres.

Wie geht es weiter?

In unserer Modellrechnung bewegen sich die Inflationsraten im weiteren Jahresverlauf um die Marke von 1,0%. Für das Gesamtjahr 2020 rechnen wir mit einer Inflationsrate von 1,1%.

                                                 ab Juli 2020 (rote Linie): eigene Prognose

In unserer Modellrechnung bewegen sich die Inflationsraten im weiteren Jahresverlauf um die Marke von 1,0%. Für das Gesamtjahr 2020 rechnen wir mit einer Inflationsrate von 1,1%.

Im nächsten Jahr dürften die Teuerungsraten weiter anziehen und sich im Bereich um 1,5% bewegen. Preistreibend sehen wir 2021 höhere Energiepreise, Verteuerungen aufgrund der Regionalisierung bestimmter Produktionen sowie den anhaltenden Trend der De-Globalisierung.

Zielwert der EZB weit verfehlt

Die Inflationsrate hat auch im Juni den Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) von “nahe, aber unter 2%” weit verfehlt.

Aus dieser Zielverfehlung leitet die EZB ihre extrem expansive Geldpolitik ab. Sie dürfte daher an ihrer Strategie festhalten und den Markt auch weiterhin mit reichlich Liquidität versorgen.

Fazit: Die Negativzinspolitik dürfte auf Jahre hinaus Bestand haben.