Konjunktur und Preise

Veröffentlicht am 3. April 2020

Konjunktur und Preise

 

Stand 03.04.2020

 

Industrie: Deutschland

Die deutsche Industrie meldete im Januar nach einer zweijährigen Durststrecke wieder deutlich steigende Auftragseingänge und eine spürbar höhere Produktion. Da die Corona-Pandemie die Wirtschaft erst im März zum Stillstand führte, dürften die Februar-Werte noch relativ „normal” ausgefallen sein. Vor diesem Hintergrund geht die Konsensschätzung von Rückgängen der Industrieproduktion um 0,9% und der Auftragseingänge um 2,0% aus. Beide Zeitreihen dürften erst im März abstürzen. Alles in allem ist davon auszugehen, dass das inländische Bruttoinlandsprodukt im gerade begonnenen 2. Quartal einen schweren Einbruch erleidet.

USA: Inflationsraten

Der Preisauftrieb in den USA beschleunigte sich zum Jahreswechsel spürbar. Sowohl die „normale” Inflationsrate als auch die ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise berechnete Kernrate der Inflation kletterten über den Zielwert. Dieser wird von der US-Notenbank (Fed) vorgegeben und liegt bei 2,0%. Der Einbruch der Ölpreise dürfte die „normale” Inflationsrate im März wieder auf den Zielwert zurückgeführt haben, vielleicht sogar darunter. Die Kernrate ist vom Ölpreis nicht betroffen, dürfte aber trotzdem etwas nachgegeben haben. Selbst wenn sie längere Zeit über dem Zielwert verharren sollte, dürfte dies bei der Fed keine Besorgnis auslösen.