Wochenausblick Aktien

Wochenausblick Aktien

 

Der Markt kommt nicht zur Ruhe

Die Bilanz des ersten Quartals 2020 fällt für Aktienanleger ohne Umschweife desaströs aus. Der Deutsche Aktienindex (DAX) ging in der Rückschau um 25 Prozent in die Knie und verbuchte damit die schwächste quartalsweise Wertentwicklung seit 2011. Verantwortlich zeichnete die zunehmend eskalierende Corona-Krise rund um den Globus. Auch der Ölpreis kannte kein Halten mehr. Der Preiskampf zwischen Saudi-Arabien, Russland und den USA verbilligte die Notierung für ein Fass Nordseeöl in dem Zeitfenster um rund zwei Drittel. Und auch der Auftakt in das Frühjahr misslang. Zeitweise Erholungsversuche, die die heimische Leitbörse kurzfristig wieder über die Marke von 10.000 Punkten bugsierten, verliefen angesichts der unverändert angespannten Nachrichtenlage im Sande. Das sichere Abgleiten der Weltwirtschaft in eine tiefe Rezession als Folge der Pandemie mündete in den vergangenen Tagen in einer Flut von Gewinnwarnungen seitens der Unternehmenslenker. Gewiss eine logische Ableitung, aber sicherlich nicht förderlich für die eh angeschlagene Stimmung auf dem Börsenparkett. Vor diesem Hintergrund standen einmal mehr „sichere Häfen” wie Staatsanleihen aus Deutschland und den USA sowie Gold in der Gunst der Investoren zuletzt weit oben. Vereinzelte positive Nachrichten – ja es gibt sie – wie zum Beispiel aus dem Reich der Mitte fanden hingegen kaum spürbaren Anklang. Die chinesischen Einkaufsmanagerindizes, die ansonsten stets eine hohe Beachtung unter den Marktteilnehmern finden, erholten sich nach ihrem epochalen Absturz im Februar im März unerwartet kräftig.

Wie geht es weiter?

Fest steht: Die globale Gesundheitskrise hat historische Ausmaße angenommen, wobei sich das Epizentrum der Pandemie von Europa weiter in die Vereinigten Staaten verlagert hat. Ein weltweiter Konjunktureinbruch durch den Stillstand bei privaten Konsumenten und Produzenten ist die direkte Folge. Wir erleben also einen Angebots- und Nachfrageschock zugleich, wobei die Nachfragezurückhaltung unter psychologischen Gesichtspunkten womöglich länger tragen dürfte. Ein Auflösen dieser prekären Situation hängt in erster Linie von einem medizinischen Erfolg ab – begleitet von weiteren fiskalischen Impulsen in Gestalt zusätzlicher notwendiger Konjunkturpakete. Dabei gilt zu konstatieren, dass die bereits initiierten geld- und fiskalpolitischen Stimuli auf beiden Seiten des Atlantiks in ihrer Reaktionsschnelligkeit und ihrem Umfang schon beispiellos sind. Bei all den täglichen Hiobsbotschaften und persönlichen Einschränkungen gehen wir nach wie vor davon aus, dass die weitreichende Gesundheitskrise über die staatlich erlassenen Maßnahmen eingedämmt werden kann und die Volkswirtschaften im zweiten Halbjahr nach und nach wieder anlaufen. Am Kapitalmarkt dürfte die Wegstrecke erst einmal holprig bleiben. Die von uns erwartete Handelsspanne für den DAX liegt zwischen 8.000 und 11.000 Punkten. Die Unterkante dieses Kanals entspricht in etwa dem aggregierten Buchwert der 30 Großkonzerne aus der ersten deutschen Börsenliga. Dieser bildete bei aller verständlicher Verunsicherung und Orientierungslosigkeit in jedweder Krise der vergangenen Dekaden eine standhafte Auffanglinie.

Stand 02.04.2020