Inflationsrate blieb im November bei 1,1%

Veröffentlicht am 28. November 2019

Inflationsrate blieb im November bei 1,1%

 

Der Preisauftrieb in Deutschland ist weiterhin sehr schwach. Das Statistische Bundesamt bestätigt unsere Schnellschätzung einer Inflationsrate von 1,1% im November.

Minus 0,8% zum Vormonat

Der deutsche Verbraucherpreisindex ist im November im Monatsvergleich um 0,8% gesunken. Um diesen Betrag ermäßigten sich auch die entsprechenden Indizes in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen und Berlin-Brandenburg, während der Rückgang in Nordrhein-Westfalen lediglich 0,7% betrug.

Plus 1,1% zum Vorjahr

Im Vorjahresvergleich sind die Verbraucherpreise im November um 1,1% gestiegen. Im Oktober lag die Inflationsrate ebenfalls bei 1,1%, im September noch bei 1,2%.

Energie deutlich billiger

Während sich Nahrungsmittel und Dienstleistungen um jeweils 1,8% verteuerten, wurde Energie um 3,7% billiger. Die Wohnungsmieten stiegen wie in den Vormonaten um 1,4%.

Plus 1,4% im Gesamtjahr 2019

Legt man das langfristige Verlaufsmuster des Verbraucherpreisindex zugrunde, wird die Inflationsrate im Dezember etwas höher ausfallen.

Für das Gesamtjahr 2019 zeichnet sich dagegen nur noch eine Inflationsrate von 1,4% ab. Im Vorjahr waren es 1,7%. Im nächsten Jahr dürften es ein Wert zwischen 1,0% und 1,5% sein.

Die EZB könnte den “Strafzins” 2020 noch weiter senken

Die Inflationsrate liegt aktuell sehr weit unter dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) von “nahe, aber unter 2%”. Daran wird sich im nächsten Jahr voraussichtlich nichts ändern. Aber selbst wenn sie die 2-Prozent-Marke überschreiten sollte, wird die EZB kaum auf die monetäre Bremse treten.

Denn das Inflationsziel ist asymmetrisch. Es kann demnach problemlos übertroffen werden, wenn die Inflationsraten zuvor längere Zeit unter dem Zielwert waren.

Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass die EZB ihre Geldpolitik im nächsten Jahr möglicherweise noch weiter lockert und den “Strafzins” von minus 0,5% auf minus 0,6% senkt.

Fazit: Ein Ende der Negativzinspolitik ist nicht in Sicht.

 

Hinweis: Die endgültigen Ergebnisse für November veröffentlicht das Statistische Bundesamt am 12. Dezember.