Wochenausblick Aktien

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Politische Hoffnungen treiben die Kurse

Hoffnungsvolle Signale mit Blick auf den dominierenden Handelsstreit zwischen den USA und China sowie ein Durchbruch bei den Gesprächen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien in Sachen Brexit erweckten neue Risikofreude unter den Investoren und verliehen den Aktienkursen an den internationalen Börsen ordentlich Rückenwind. Im Zuge der Entspannung kletterte der Deutsche Aktienindex (DAX) auf ein neues Jahreshoch knapp oberhalb von 12.800 Punkten, während der Euro Stoxx 50 den höchsten Stand seit Anfang 2018 markierte. Dabei konnten die jüngsten Konjunkturdaten die Rezessionssorgen der Marktteilnehmer nicht wirklich dämpfen. Die monatlichen Außenhandelszahlen aus China entwickelten sich leicht schwächer als im Vorfeld angenommen und auch der ZEW-Indikator verharrte weit im negativen Terrain. Ferner reduzierte der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft – nicht ganz unerwartet – erneut. Für bessere Stimmung sorgten hingegen die ersten frischen Zahlenwerke der US-Unternehmen, die mehrheitlich die Vorgaben übertreffen konnten. Auf dem Alten Kontinent standen vor allem konjunktursensitive Werte aus dem Automobil- und Bankensektor ganz oben auf den Einkaufszetteln. Einer weniger großen Beliebtheit erfreuten sich unter diesen ermutigenden Rahmenbedingungen naturgemäß die „sicheren Häfen” Gold und deutsche Bundesanleihen.

Wie geht es weiter?

Abseits der scheinbar alles überragenden politischen Themen rückt auf dem Parkett in diesen Tagen die Unternehmensberichtssaison in den USA und Europa schnellen Schrittes in den Anlegerfokus. In den Vereinigten Staaten dürften die Beobachter besonders gespannt sein, schließlich droht Corporate America in Gestalt der S&P 500-Gesellschaften gemäß den Konsensschätzungen der Analysten für das dritte Quartal eine Gewinnrezession, sprich eine Berichtsperiode mit rückläufigen Erträgen gegenüber dem Vorjahr. Gewiss ein ziemlich seltenes Phänomen. Zu berücksichtigen gilt an dieser Stelle, dass das Tiefstapeln an der Wall Street bekanntlich Methode hat. Schlussendlich überwiegen zumeist die positiven Überraschungen und die Kurse erfahren einen Aufwärtsimpuls. Ein derartiges Muster können wir uns auch in diesem Zeitfenster vorstellen.

Festzuhalten gilt, dass sich das charttechnische Bild mit dem Erreichen neuer Jahreshöchststände in Europa spürbar verbessert hat. Gleichwohl bleiben aber wohl die Auseinandersetzungen auf der politischen Bühne das Zünglein an der Waage. Deren Ausgang ist nach wie vor schwerlich zu prognostizieren, denn mit dem Blick in den Rückspiegel muss sich bei den Protagonisten in Washington und London nicht unweigerlich die Ratio durchsetzen.

Stand 17.10.2019