USA: Arbeitsmarkt erleichtert der Fed weitere Leitzinssenkungen

Veröffentlicht am 4. Oktober 2019

USA: Arbeitsmarkt erleichtert der Fed weitere Leitzinssenkungen

Vom amerikanischen Arbeitsmarkt kamen im September widersprüchliche Signale: Trotz sinkender Arbeitslosenquote verlangsamte sich der Lohnanstieg.

Die gemeldeten 136.000 neuen Arbeitsplätze sorgen für einen Rückgang der Arbeitslosenquote auf 3,5%. Gleichwohl stiegen die Stundenlöhne nur noch um 2,9%. Im Vormonat lagen sie noch 3,2% über dem Vorjahresniveau.

Vollbeschäftigung

Mit einer Arbeitslosenquote von 3,5% hat sich der Zustand der Vollbeschäftigung weiter verfestigt.

Die unter besonderer Beobachtung der Notenbank stehenden Stundenlöhne stagnierten im Vormonatsvergleich. Gegenüber dem Vorjahr legten sie lediglich um 2,9% zu. Erwartet wurde ein Plus von 3,2%.

Keine Lohn-Preis-Spirale in Sicht 

Der immer noch moderate Anstieg der Löhne ist ganz im Sinne der US-Notenbank (Fed), denn die gefürchtete Lohn-Preis-Spirale ist auch weiterhin nicht in Sicht.

Gemäß Lehrbuch steigen die Löhne umso schneller, je geringer die Arbeitslosigkeit ist. Höhere Löhne bewirken höhere Verkaufspreise (= Inflation), diese wiederum höhere Löhne usw.

Es bildet sich eine Spirale aus steigenden Löhnen und Preisen, die letztendlich von der Notenbank mit Hilfe höherer Leitzinsen zum Einsturz gebracht wird. Es folgt meist eine Rezession.

Globalisierung und Digitalisierung dämpfen die Preise

Das Phänomen der Lohn-Preis-Spirale ist in den vergangenen Jahren kaum noch aufgetreten.

Trotz gut ausgelasteter Arbeitsmärkte, Fachkräftemangel und einer steigenden Zahl offener Stellen sind die Löhne weder in den USA noch in Deutschland bisher nach oben geschnellt.

Ursächlich dafür werden insbesondere die preisdämpfenden Effekte der Globalisierung und der Digitalisierung gemacht.

Leitzins wird weiter sinken

Die US-Notenbank hat den Leitzins kürzlich “präventiv” auf 1,75% bis 2,00% gesenkt, um mögliche negative Folgen des eskalierenden Handelsstreits mit China abfedern.

Weitere Schritte sind zu erwarten. Angesichts der nur sehr verhalten steigenden Löhne dürfte es der Fed noch leichter fallen, die monetären Zügel weiter zu lockern.

Fazit: Die jüngsten Arbeitsmarktdaten dürften es der Fed noch leichter machen, die Zinsschraube weiter zu lockern.