Euro-Inflation sinkt im September auf 0,9%

Veröffentlicht am 1. Oktober 2019

Euro-Inflation sinkt im September auf 0,9%

 

Der Preisauftrieb in der Euro-Zone schwächte sich im September auf 0,9% ab. Die ohne Berücksichtigung von Energie- und Lebensmittelpreisen berechnete Kernrate der Inflation kletterte dagegen marginal auf 1,2%. Beide Werte befinden sich erneut weit unter dem Zielwert der EZB. Dieser liegt bei “nahe, aber unter 2%”.

HVPI September: +0,9%

Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) ist gemäß Schnellschätzung des europäischen Statistikamtes Eurostat im September um 0,9% zum Vorjahr gestiegen. Gegenüber dem Vormonat legte er um 0,2% zu.

Preisdrückend wirkte erneut die Energie, die sich im Vorjahresvergleich um 1,8% verbilligte. Dienstleistungen dagegen verteuerten sich im gleichen Zeitraum um 1,5%.

Lebensmittel, Alkohol und Tabak kosteten im September 1,6% mehr als im Vorjahr, die Preise für Industriegüter ohne Energie legten um 0,3% zu.

HVPI 2019: +1,2% 

Für das Gesamtjahr 2019 rechnen wir in der Euro-Zone mit einer Inflationsrate von 1,2%.

Kernrate 2019: +1,3% 

Die ohne Energie- und Lebensmittelpreise ermittelte Kernrate der Inflation kletterte im September auf 1,2%. Sie wird nach unserer Berechnungen im Gesamtjahr 2019 mit 1,3% den Zielwert der Europäischen Zentralbank einmal mehr weit verfehlen.

Werden zudem noch die Preise für Alkohol und Tabak extrahiert, lag die so berechnete Teuerungsrate im September lediglich bei 1,0%.

Fazit: EZB wird Geldpolitik noch weiter lockern

Inflationsrate und Kernrate liegen im Gesamtjahr 2019 erneut weit unter dem Zielwert der EZB. Diese wird sich in ihrer Absicht bestätigt fühlen, die Geldpolitik noch weiter zu lockern. Neben den im November beginnenden zusätzlichen Anleihekäufen von monatlich 20 Mrd. EUR dürfte die EZB im nächsten Jahr den “Strafzins” noch etwas weiter reduzieren.