Inflationsrate geht im September auf 1,2% zurück

Veröffentlicht am 30. September 2019

Inflationsrate geht im September auf 1,2% zurück

 

Der Preisauftrieb hat im September in Deutschland weiter nachgelassen. Die Inflationsrate ist nach vorläufige Angaben des Statistischen Bundesamtes von 1,4% auf 1,2% zurückgegangen.

Die Berechnungen beruhen auf den Meldungen aus den Bundesländern. Ihnen zufolge blieb der Verbraucherpreisindex durchschnittlich auf Vormonatsniveau. Die Veränderungen reichen von minus 0,1% in Berlin-Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen, unveränderten Werten in Bayern und Hessen bis hin zu einem Anstieg von 0,1% in Baden-Württemberg.

Energiepreise im Rückwärtsgang

Entlastung kam von den Energiepreisen, die im September 1,1% niedriger waren als vor einem Jahr. Nahrungsmittel dagegen verteuerten sich um 1,3%, Dienstleistungen sogar um 1,8%. Bei den Mieten gab es einen Anstieg um 1,4% zum Vorjahr.

Plus 1,2% im September zum Vorjahr

Im Vorjahresvergleich sind die Verbraucherpreise im September um 1,2% gestiegen.

Plus 1,5% im Gesamtjahr 2019

Legt man das langfristige Verlaufsmuster des Verbraucherpreisindex zugrunde, wird die Inflationsrate in den verbleibenden drei Monaten des laufenden Jahres zunächst noch etwas zurückgehen und dann auf knapp 2% klettern.

Für das Gesamtjahr 2019 zeichnet sich eine Inflationsrate von 1,5% ab. Im Vorjahr waren es 1,7%.

Die EZB dürfte den “Strafzins” noch weiter senken

Die Inflationsrate liegt aktuell weiter deutlich unter dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) von “nahe, aber unter 2%”. Aber selbst wenn die Inflationsrate die 2-Prozent-Marke deutlich überschreiten sollte, wird die EZB kaum auf die monetäre Bremse treten.

Denn das Inflationsziel ist asymmetrisch. Es kann problemlos übertroffen werden, wenn die Inflationsraten zuvor längere Zeit unter dem Zielwert waren.

Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass die EZB ihre Geldpolitik im nächsten Jahr weiter lockert und den “Strafzins” von minus 0,5% auf minus 0,6% senkt.

Fazit: Ein Ende der Negativzinspolitik ist nicht in Sicht.

 

Hinweis: Die endgültigen Ergebnisse veröffentlicht das Statistische Bundesamt am 11. Oktober 2019