Wochenausblick Aktien

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Rezessionssorgen dominieren das Geschehen

Immer höher fliegende Rezessionssorgen spukten durch die Handelsräume der internationalen Börsenmetropolen und drückten auf die Kurse. Der Deutsche Aktienindex (DAX) rutschte in diesem ungemütlichen Umfeld ebenso unter seine 200-Tage-Durchschnittslinie wie der Euro Stoxx 50 beziehungsweise auf der anderen Seite des Atlantiks der Dow Jones Industrial Index. Zu den bekannten Belastungsfaktoren auf der politischen Ebene wie dem schwelenden Handelsstreit, der Regierungskrise in Italien, den Turbulenzen rund um den Brexit und den massiven Protesten in Hongkong gesellten sich in den vergangenen Tagen deutlich gestiegene weltweite Konjunkturängste. Neue Nahrung fanden diese Befürchtungen der Marktteilnehmer über eine Reihe von enttäuschenden Datenpunkten. So stürzte der hierzulande vielbeachtete ZEW-Indikator im Rahmen der August-Umfrage unter Finanzmarktexperten regelrecht ab. In das gleiche pessimistische Horn stieß der unerwartet schwache Anstieg der chinesischen Industrieproduktion – mithin ein ganz guter Seismograph für die Verfassung der Weltwirtschaft. Unterdessen währte die Freude über einen Aufschub von angekündigten Zöllen auf einige chinesische Produkte seitens des US-Präsidenten bis Mitte Dezember nur sehr kurz. Vielmehr wurde die selten zu beobachtende Entwicklung am amerikanischen Anleihemarkt – die Rendite der zweijährigen US-Staatsanleihe stieg erstmals seit 2007 über diejenige der zehnjährigen – als weiteres Rezessionssignal interpretiert. In dieser düsteren Gemengelage setzte sodann der Goldpreis seine Rallye fort und markierte zwischenzeitlich ein Sechseinhalb-Jahres-Hoch, während die Renditen der lang laufenden Bundesanleihen – auch die der 30-jährigen notiert unterdessen im negativen Terrain – neue Rekordtiefs ausloteten.

Die Nervosität auf dem Parkett ist gegenwärtig sehr stark ausgeprägt. Die Rezessionssorgen grassieren allerorten und halten die Anlegerschaft fest im Griff. Die Vielzahl an Problemfeldern hat inzwischen ein beträchtliches Ausmaß erreicht und auch die Wall Street als eigentlicher Fels in der Brandung hat mittlerweile die ersten Kratzer davongetragen. Dabei ist den Investoren die Unterstützung der wichtigsten Notenbanken genauso gewiss wie in den Vorwochen. Vielmehr sind an dem Vertrauen in den Handlungswillen der internationalen Währungshüter zu diesem Zeitpunkt keinerlei Abstriche zu machen. Im Gegenteil. Die relative Schönheit von ausschüttungsstarken Aktien gegenüber festverzinslichen Papieren liegt auf der Hand. Dennoch könnte der derzeitige Abwärtsdruck auf die Dividendenpapiere kurzfristig noch anhalten. Innerhalb der Anlageklasse sollte der Schwerpunkt angesichts des mollfarbenen Konjunkturbildes eindeutig auf Unternehmen mit einem defensiven, wenig zyklischen Charakter liegen.

Stand 15.08.2019