USA: Solide Arbeitsmarktdaten im Juli

Veröffentlicht am 2. August 2019

USA: Solide Arbeitsmarktdaten im Juli

Der Arbeitsmarkt in den USA zeigte sich auch im Juli in einer stabilen Verfassung. Die Anzahl der Arbeitsplätze nahm um 164.000 auf insgesamt 151,4 Mio. zu, genau wie erwartet. Die Arbeitslosenquote blieb bei 3,7% und die Stundenlöhne legten um 3,2% zu.

Vollbeschäftigung

Mit einer Arbeitslosenquote von 3,7% bleibt der Zustand der Vollbeschäftigung erhalten. Die unter besonderer Beobachtung der Notenbank stehenden Stundenlöhne legten im Juli um 0,3% zum Vormonat zu. Im Vorjahresvergleich stiegen sie um 3,2%. Etwas mehr als erwartet.

Keine Lohn-Preis-Spirale in Sicht 

Der immer noch moderate Anstieg der Löhne ist ganz im Sinne der US-Notenbank (Fed), denn die gefürchtete Lohn-Preis-Spirale ist auch weiterhin nicht in Sicht.

Gemäß Lehrbuch steigen die Löhne umso schneller, je geringer die Arbeitslosigkeit ist. Höhere Löhne bewirken höhere Verkaufspreise (= Inflation), diese wiederum höhere Löhne usw.

Es bildet sich eine Spirale aus steigenden Löhnen und Preisen, die letztendlich von der Notenbank mit Hilfe höherer Leitzinsen zum Einsturz gebracht wird. Es folgt meist eine Rezession.

Globalisierung und Digitalisierung dämpfen die Preise

Das Phänomen der Lohn-Preis-Spirale ist in den vergangenen Jahren kaum noch aufgetreten. Trotz gut ausgelasteter Arbeitsmärkte, Fachkräftemangel und einer steigenden Zahl offener Stellen sind die Löhne weder in den USA noch in Deutschland bisher nach oben geschnellt. Ursächlich dafür werden insbesondere die preisdämpfenden Effekte der Globalisierung und der Digitalisierung gemacht.

Ist der Leitzins zu hoch?

Die US-Notenbank hat den Leitzins kürzlich “präventiv” auf 2,00% bis 2,25% gesenkt, um mögliche negative Folgen des eskalierenden Handelsstreits mit China abfedern. Ob weitere Schritt erforderlich sind, wird anhand der Datenlage entschieden. Die Fed fährt also auf Sicht.

Fazit: Aus Sicht der Arbeitsmarktdaten ist derzeit keine weitere Zinsmaßnahme erforderlich. Die Vollbeschäftigung scheint nicht gefährdet und die Lohnsteigerungen sind weiterhin vertretbar. Eine Lohn-Preis-Spirale ist nicht Sicht.