Wochenausblick Aktien

Wochenausblick Aktien

Berichtssaison zeigt Grenzen auf

Die jetzt angelaufene Berichtssaison scheint nicht der große Treiber für die Aktienmärkte zu sein. Bei zyklischen Werten überwiegen die Enttäuschungen, bei „Qualitätstiteln” sorgen hohe Erwartungen dafür, dass der Markt die Zahlenveröffentlichungen häufig mit Gewinnmitnahmen quittiert. Im Wochenverlauf wurde die Stimmung auch wieder durch Äußerungen des US-Präsidenten zu den Handelsgesprächen mit China belastet.

Auch wenn wir gerade erst in der vergangenen Woche in den USA neue historische Höchstkurse gesehen haben, scheinen die Aktienmärkte derzeit in einer „Sommerflaute” zu stecken. Der mittelfristige Ausblick bleibt mit Blick auf die Notenbankpolitik jedoch klar positiv: Sowohl die US-Währungshüter als auch ihre europäischen Kollegen haben die Finanzmarktstabilität ganz oben auf ihrer Agenda verankert und stellen eher noch weiter zusätzliche Lockerungsmaßnahmen in Aussicht. Eine erste Senkung der US-Leitzinsen Ende Juli wird von den Märkten als sicher angesehen. Während von der Zinsseite starke Unterstützung für die Aktienmärkte kommt, leiden insbesondere zyklische Titel aus Europa unter der „Industrierezession”. Die laufende Berichtssaison gibt hier wenig Unterstützung, häufig müssen bereits reduzierte Erwartungen nochmals korrigiert werden. Aktien weniger konjunkturempfindlicher Unternehmen, etwa aus der Nahrungsmittelbranche, sind dagegen – gemessen an historischen Bewertungsparametern – schon recht teuer geworden. Diese Entwicklung begrenzt das kurzfristige Kurspotenzial des Gesamtmarktes. Anleger sollten diese Phase nutzen, ihre Depotstruktur daraufhin abzuklopfen, ob sie bereits ausreichend außerhalb Europas investiert sind. Wichtige Themen bleiben Aktien mit solider Dividendenperspektive sowie Aktien mit geringen Schwankungen und strukturellen Wachstumsthemen.

Stand 18.07.2019