Infrastruktur: Die heimlichen Dividendenstars

Veröffentlicht am 18. Juli 2019

Infrastruktur: Die heimlichen Dividendenstars

Investoren, die nach Unternehmen mit regelmäßigen und überdurchschnittlich hohen Dividenden Ausschau halten, richten ihren Blick häufig auf die üblichen ausschüttungsstarken Sektoren wie Telekommunikation, Energie (Öl), Pharma oder Konsum. Bei dieser branchenorientierten Betrachtung fällt das Segment der Infrastrukturaktien häufig unter den Tisch, da es sich hierbei um keine standardmäßige Sektor-Klassifikation handelt. Dabei weisen gerade Unternehmen im Geschäftsfeld der Kerninfrastruktur einige attraktive Gemeinsamkeiten auf.

Die Kerninfrastruktur stellt das Rückgrat funktionierender Volkswirtschaften dar. Dazu zählen im Transportbereich u. a. Mautstraßen und Flughäfen, in der Kommunikation sind etwa Satelliten und Kabelnetzwerke inbegriffen. In der Versorgung werden Öl- und Gas-Pipelines, Wasserverteilsysteme und Stromnetze erfasst, nicht jedoch Stromerzeugung oder Erdölförderung. Die Unternehmen zeichnen sich dabei vor allem durch folgende Eigenschaften aus: Geringe Konjunktursensitivität, niedrige lokale Wettbewerbsintensität, hohe Markteintrittsbarrieren sowie stabile Erträge und hohe Planungssicherheit. Insbesondere die letzteren beiden Punkte sorgen dafür, dass sich Betreiber von Kerninfrastruktur als verlässliche Dividendenzahler etabliert haben. So liegt die Dividendenrendite regelmäßig spürbar oberhalb der des allgemeinen globalen Aktienmarktes (siehe Abbildung).

Infrastrukturaktien: Überdurchschnittlich hohe Ausschüttungen

Quelle: Thomson Reuters.

Vor dem Hintergrund, dass es sich bei „Infrastruktur” um ein spezielles Anlagesegment handelt und eine Streuung über mehrere Aktienwerte erfolgen sollte, ist die Partizipation im Rahmen eines Investmentfonds empfehlenswert. Mit Blick nach vorne sehen wir Aktien von Kerninfrastrukturbetreibern gut unterstützt. Mit der 180-Grad-Kehrtwende der Notenbanken erfährt das Thema „regelmäßige Ausschüttung” in Form von Dividenden eine Renaissance. Insbesondere langfristig orientierte Investoren dürften ihre strategischen Aktienquoten weiter sukzessive erhöhen und die Nachfrage nach Substanzaktien befeuern.