Euro-Inflation fällt auf 1,2%

Veröffentlicht am 4. Juni 2019

Euro-Inflation fällt auf 1,2%

Der Preisauftrieb in der Euro-Zone hat sich im Mai wieder stark verlangsamt, die Inflationsrate fiel auf 1,2% zurück. Die ohne Berücksichtigung von Energie- und Lebensmittelpreisen berechnete Kernrate der Inflation verringerte sich sogar auf 1,0% und blieb damit erneut weit unter dem Zielwert der EZB. Dieser liegt bei “nahe, aber unter 2%”.

HVPI Mai: +1,2%

Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) ist nach vorläufigen Angaben des europäischen Statistikamtes Eurostat im Mai um 1,2% zum Vorjahr gestiegen. Gegenüber dem Vormonat stieg der HVPI lediglich um 0,2%.

Preistreiber war nur noch die Energie (+3,8%), während der Preisauftrieb bei Dienstleistungen auf 1,1% zurückging. Letztere hatten sich im April wegen des Osterfestes kräftig verteuert.

Lebensmittel, Alkohol und Tabak kosteten im Mai 1,9% mehr als im Vorjahr, die Preise für Industriegüter ohne Energie legten um 0,3% zu.

Für das Gesamtjahr 2019 rechnen wir in der Euro-Zone weiterhin mit einer Inflationsrate von 1,5%.

Kernrate Mai: +1,0% 

Die ohne Energie- und Lebensmittelpreise errechnete Kernrate der Inflation lag im Mai nur noch bei 1,0%. Sie wird nach unserer Berechnungen im Gesamtjahr 2019 im unteren Bereich der Spanne von 1,0% bis 1,5% verharren, und damit den Zielwert der Europäischen Zentralbank einmal mehr weit verfehlen.

Werden zudem noch die Preise für Alkohol und Tabak extrahiert, lag die so berechnete Teuerungsrate im Mai nur noch bei 0,8%.

Fazit: EZB könnte Geldpolitik weiter lockern

Die Inflationsrate und die Kernrate liegen im Mai und wahrscheinlich auch im Gesamtjahr 2019 klar unter dem Zielwert der EZB. Die EZB könnte sich veranlasst sehen, ihre Geldpolitik weiter zu lockern.