Wochenausblick Aktien

Wochenausblick Aktien

Hoffen und Bangen

Der US-Präsident hat in der abgelaufenen Woche die Aktienmärkte rund um den Globus wieder stark auf Trab gehalten. Die Erhöhung zuvor angekündigter Sonderzölle wurde umgesetzt und die Antwort der Chinesen fiel entsprechend aus. Nachdem die Notierungen unter Druck gerieten, sorgten dann optimistischere Aussagen zu den weiteren Aussichten auf eine Einigung für eine Erholung.

Für die Anleger stellt sich die Frage, ob der verhältnismäßig kleine Rücksetzer schon alles gewesen ist: In den USA befinden wir uns nur 3% unter den (Allzeit-) Höchstständen, beim DAX 3,5% unter der (Jahres-) Höchstmarke, lediglich einige asiatische Märkte haben stärker korrigiert.

Die Fundamentaldaten zeigen hier ein nicht eindeutiges Bild: So sind beispielsweise die operativen Gewinne der DAX-Konzerne (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) im ersten Quartal 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum in der Summe um 20% zurückgegangen. Die stärksten Rückgänge gab es dabei in den sehr konjunktursensiblen Bereichen Auto und Chemie. Die Aktienkurse und die Gewinnschätzungen der Analysten hatten im vierten Quartal 2018 aber diese Entwicklung bereits vorweggenommen. Zuletzt hat sich die Entwicklung wieder stabilisiert, auch bei den DAX-Unternehmen steigen die Gewinnschätzungen wieder leicht. Insofern ist das Bild hier insgesamt leicht positiv. Stärkste Kraft bleiben die Notenbanken mit ihrer unverändert sehr expansiven Geldpolitik: Derzeit gibt es hier Erwartungen im Markt, dass die US-Notenbank sogar noch in diesem Jahr einen Zinsschritt rückwärts machen könnte, sollte es eine stärkere Eintrübung der Konjunktur geben. Die Notenbanken bleiben also „Schutzpatronin der Aktienmärkte”.

Die Markttechnik gibt keine klare Empfehlung vor. Das Bild ist vielfach eingetrübt, die aktuell vorsichtige Positionierung vieler Investoren, sollte aber das Rückschlagpotenzial begrenzen.

Das Umfeld ähnelt damit der Situation zu Jahresbeginn, weshalb die Strategien aus unserem Jahresausblick auch unverändert aktuell erscheinen: „Spur halten – Chancen nutzen”: Anleger sollten das nun augenscheinlich noch stärker verankerte Niedrigzinsumfeld nutzen, um Mehrerträge auch in schwankungsreicheren Anlagen wie Aktien zu generieren und dort investiert bleiben. Ohne eine ausreichende Berücksichtigung von Aktien wird auf Dauer kein realer Kapitalerhalt möglich sein. Dabei sollte eine noch breitere internationale Streuung angestrebt werden. Die jüngste Korrektur bei den Bewertungen asiatischer Aktien könnte beispielsweise ein Anlass sein, gerade dort bisher verpasste Einstiegschancen zu nutzen.

Stand 16.05.2019