Wochenausblick Aktien

Wochenausblick Aktien

Aktienmärkte setzen Klettertour fort

In der verkürzten Handelswoche nach den Ostertagen bauten die Aktienmärkte ihre Gewinnserie allerorten aus. An der Wall Street in New York purzelten in einer sehr unaufgeregten Art und Weise die Rekorde. Sowohl der marktbreite S&P 500 als auch die Technologiebörse Nasdaq erreichten neue Bestmarken. Auf dem europäischen Kontinent markierte das Schweizer Barometer den höchsten Stand seit der Einführung vor über 30 Jahren. Umrahmt von diesen freundlichen Vorgaben konnte auch der Deutsche Aktienindex (DAX) auf ein neues Jahreshoch oberhalb von 12.300 Punkten zulegen. Beflügelt wurde die fast durchweg positive Stimmung unter den Investoren in erster Linie von zahlreichen, günstiger als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen auf beiden Seiten des Atlantiks.

Selbst der Rückgang des bekanntesten deutschen Konjunkturbarometers konnte die Kauflaune nicht trüben. Entgegen der allgemeinen Marktprognosen sank nämlich der ifo Geschäftsklimaindex vor dem Hintergrund der schwelenden politischen Unwägbarkeiten von 99,7 auf 99,2 Zähler – gewiss ein kleiner Wermutstropfen.

Erhöhte Aufmerksamkeit zog ferner der merkliche Anstieg bei den Ölnotierungen nach sich. Ursächlich für den Auftrieb war die Ankündigung der US-Regierung, die Ausnahmeregelungen für mehrere Länder, die das „schwarze Gold” aus dem Iran beziehen, ab Mai zu streichen. Sorgen über Versorgungsengpässe machten die Runde.

Unter den Einzeltiteln ragte der Kurssprung bei dem DAX-Schwergewicht SAP heraus. Die überraschend starken Quartalsergebnisse sowie die Prognoseanhebung der Softwareschmiede mündeten in dem größten Tagesgewinn der Aktie seit rund zehn Jahren.

Wie geht es weiter?

Im Mittelpunkt des Interesses dürfte auf kurze Sicht weiter die Unternehmensberichtssaison stehen. In den Vereinigten Staaten steigt von Tag zu Tag die Wahrscheinlichkeit, dass die im Vorfeld gehegten Bedenken bezüglich eines erstmaligen Gewinnrückgangs der S&P 500-Gesellschaften seit 2016 übertrieben waren. Nach den ersten Publikationen in Europa drängt sich auch hier der Eindruck auf, dass die Erwartungen an die Konzerne für das erste Quartal nicht allzu hoch gehängt wurden.

Auf der politischen Bühne dürfte zudem wieder der Handelsstreit zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften in den Fokus der Marktteilnehmer rücken. In der kommenden Woche steht die nächste Gesprächsrunde mit wichtigen Vertretern in Peking an. In diesem Kontext könnte sich der zuletzt dominierende versöhnliche Unterton verstetigen.

Mit Blick auf die Markttechnik hat sich die Situation für den DAX nach neun Handelstagen in Folge in der Pluszone eher zugespitzt. Angesichts der augenscheinlichen Überhitzungstendenzen sollte dem deutschen Leitindex eine Verschnaufpause sehr gut tun.

Stand 25.04.2019