Schweden: Leitzins bleibt negativ

Veröffentlicht am 25. April 2019

Schweden: Leitzins bleibt negativ

Die Schwedische Notenbank hat den Leitzins erneut unverändert gelassen. Die Sveriges Riksbank erhöhte den Repo-Satz zuletzt im Dezember vergangenen Jahres von minus 0,50% auf minus 0,25%. Der nächste Zinsschritt dürfte erst Ende 2019 oder Anfang 2020 gegangen werden. Die Schwedische Krone reagierte darauf mit Verlusten.

Die Riksbank begründete die Beibehaltung des Leitzinses damit, dass der Inflationsdruck geringer ist als erwartet. Sowohl die Inflationsrate als auch die Inflationserwartungen sollten sich in den nächsten zwei Jahren im Bereich des Zielwertes von 2% bewegen.

Leitzinserhöhung Ende 2019 oder Anfang 2020

Der nächste Dreh an der Zinsschraube dürfte nach Aussage der Riksbank Ende 2019 oder Anfang 2020 anstehen. Allerdings wird das Tempo der Zinsanhebungen geringer ausfallen, als bisher angenommen. Die aktuellen Projektionen der Notenbank sehen einen Leitzins von 0,04% im 2. Quartal 2020 und 0,42% im Frühjahr 2021 vor.

Krone unter Druck

Die Schwedische Krone (SEK) reagierte auf den unveränderten Leitzins mit Kursverlusten und markierte gegenüber dem Euro mit 10,65 SEK einen neuen Jahrestiefstand. Seit Jahresbeginn hat sie knapp 5% abgewertet.

BIP 2019: +1,7% / 2020: +1,9%

Insgesamt hat sich der konjunkturelle Horizont in Schweden jedoch wieder aufgehellt. Im 4. Quartal 2018 legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP )so stark zu, dass sich für das Gesamtjahr 2018 eine Wachstumsrate von 2,4% ergab. Im laufenden Jahr rechnet die Riksbank mit einem Plus von 1,7%, dem 2020 bereits wieder eine Wachstumsrate von 1,9% folgen soll. Für 2021 rechnet die Notenbank mit einem BIP-Zuwachs von 1,8%.

Insgesamt belegte das Königreich Schweden im vergangenen Jahr mit einem Bruttoinlandsprodukt von 4.790 Mrd. Schwedischen Kronen bzw. 551 Mrd. USD Platz 22 der BIP-Weltrangliste.

Inflationsziel 2%

Der Anstieg der Verbraucherpreise lag im März bei 1,8%. Als Messlatte dient der Riksbank die Inflationsrate ohne Hypothekenzahlungen CPIF. Sie soll sich in einer Spanne von einem Prozentpunkt um den Zielwert von 2% herum bewegen.

Riksbank kauft Anleihen

Neben der Schaffung eines negativen Leitzinses hat die Riksbank in den vergangenen Jahren auch schwedische Staatsanleihen erworben. Diese summieren sich auf 320 Mrd. SEK. Die Riksbank beschloss im April, von Juli 2019 bis Dezember 2020 Anleihen im Volumen von 45 Mrd. SEK zu kaufen. Dies entspricht etwa der Hälfte der Zuflüsse aus dem Anleiheportfolio.

Leistungsbilanzüberschuss

Die Leistungsbilanz bleibt ein Pluspunkt der schwedischen Fundamentaldaten und dürfte in diesem Jahr einen Überschuss von 2,4% des BIP aufweisen. Die Staatsverschuldung befindet sich mit 37% des BIP auf einem moderaten Niveau. Der Haushalt dürfte 2019 mit einem Überschuss von einem halben Prozent des BIP abschließen.

Fazit

Stabile Wachstumsraten, solide Staatsfinanzen und ein Leistungsbilanzüberschuss stellen ein tragfähiges Fundament für die Schwedische Krone dar.