Chart of the Day 22.03.2019 Droht dem S&P 500 eine Gewinnrezession?

 

Das Tiefstapeln hat an der Wall Street bekanntlich Methodik. Im Vorlauf einer anstehenden Berichtssaison werden seitens der Analysten sukzessive die Erwartungen an die amerikanischen Großkonzerne heruntergeschraubt. Die Finanzprofis nennen das Phänomen “Low Boarding“. Die Hürden, die die Unternehmen im Rahmen der offiziellen Berichterstattung dann überspringen müssen, sind entsprechend niedrig und es stellen sich vermehrt positive Überraschungen ein. Ein bekanntes Muster, welches die Kurse stützt bzw. treibt.

Das Ausmaß der aktuellen Zurückhaltung erscheint allerdings auch vor dem Hintergrund des schwelenden Handelskonfliktes, der auslaufenden Steuereffekte und der hohen Vergleichsbasis als ungewöhnlich und sehr konservativ.

In der aggregierten Betrachtungsweise wird für die S&P 500-Gesellschaften auf der top-line ein Umsatzwachstum von 5,1 Prozent in Q1 2019 prognostiziert – ebenso wie in Q4 2018. Gleichzeitig sollen die Erträge jedoch erstmals seit Q2 2016 schrumpfen. Explizit wird für das Ergebnis pro Aktie (engl. earnings per share / EPS) gegenwärtig ein Rückgang von 1,7 Prozent in Aussicht gestellt.

Schließlich könnte man zu der Ableitung kommen, dass im Vorfeld der Mitte April anlaufenden Berichtssaison etwas sehr tiefgestapelt wird.

Unsere Empfehlung, das Portfolio globaler aufzustellen, macht in diesem Kontext absolut Sinn.