Medizintechnik: Vor neuem Wachstumsschub

Veröffentlicht am 17. Januar 2019

Medizintechnik: Vor neuem Wachstumsschub

 

Medizintechnik: Vor neuem Wachstumsschub

Stabiles Gewinnwachstum und ein neuer Produktzyklus bei einer vergleichsweise niedrigen Schwankungsanfälligkeit in unruhigen Börsenphasen: Mit diesen Qualitätsmerkmalen gilt der Medizintechniksektor als klassisch defensives Aktieninvestment. Fundamental untermauert ist diese Kursentwicklung durch einen neuen Wachstumsschub. Treibende Kraft ist die globale demografische Entwicklung. Schätzungen der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die Zahl der über 60-Jährigen zwischen 2010 und 2050 von 760 Millionen auf zwei Milliarden Menschen steigen wird. Das entspricht einer Verdoppelung ihres Anteils an der Weltbevölkerung auf rund 25%. Zugleich beschleunigt der steigende Wohlstand unter einer wachsenden Zahl an Schwellenländern den Anstieg der Pro-Kopf-Ausgaben in der Gesundheitsversorgung.

Quellen: CMS, US Cenus, Peterson-Kaiser

Das Wachstum der Patientengruppen geht einher mit neuen Produktzyklen. So erlaubt die Miniaturisierung der Geräte zunehmend minimalinvasive Eingriffe. Zur neuen Produktgeneration zählen Transkatheterherzklappen, die eine Operation am offenen Herzen zunehmend verdrängen werden. Wurden die Produkte anfänglich noch ausschließlich Risikopatienten implantiert, kommen sie mittlerweile bei einer steigenden Patientenzahl zum Einsatz. Darüber hinaus steht die medizinische Versorgung grundsätzlich vor der Herausforderung, mehr Effizienz bei niedrigeren Kosten zu erzielen. Die Folge: Leistungserbringer, also die Kliniken und Fachärzte, werden von den Versicherern stärker in die Pflicht genommen. Der Medizintechnik eröffnet diese Konstellation die Chance, ihr Leistungsspektrum als integrierter Serviceanbieter zu erweitern. Das mündet in mehr Gewinn, aber auch in mehr Mitverantwortung für den Behandlungserfolg.

Mit Blick auf die Zukunft der Medizintechnik spielt die Branche künftig eine Schlüsselrolle bei der Früherkennung von Erkrankungen und der Prävention durch einen gesünderen Lebensstil. Möglich macht es die zunehmende Digitalisierung, die das Zusammenspiel von selbst erfassten Daten und professioneller Diagnostik fördert. Neue Technologien wie z. B. das Smartphone halten nun Einzug ins Gesundheitswesen und sorgen im Rahmen von Digital Health für klinischen Mehrwert und dringend benötigte Effizienzsteigerungen sowie Kosteneinsparungen. Der Durchbruch von Digital Health zeigt sich in Bereichen wie Telemedizin, roboterunterstützte Chirurgie und Blutzuckerüberwachung. Sensoren zur kontinuierlichen Blutzuckermessung werden mit dem Smartphone und der Cloud vernetzt und warnen dank intelligenter Software-Algorithmen rechtzeitig vor zu hohen oder zu niedrigen Blutzuckerwerten. Damit können Folgeerkrankungen von Diabetes stark reduziert oder gar vermieden werden.

Fazit: Die Wachstumsperspektiven für Medizintechnik werden von mehreren Trends unterstützt. Die demografische Entwicklung führt zu einer älter werdenden Weltbevölkerung, die zunehmend auf medizinische Versorgung angewiesen sein wird. Gleichzeitig sorgt der wachsende globale Wohlstand für einen Trend zu einer ungesünderen Lebensweise. Vor diesem Hintergrund ist sowohl mit einem steten Anstieg der Nachfrage nach medizintechnischen Leistungen als auch mit einer Zunahme der Gesundheitsausgaben zu rechnen. Dabei steht gleich eine Reihe von Innovationen in dem Sektor bereit, die nicht nur für zusätzliches Wachstum sorgen, sondern auch das Patientenwohl steigern. Aufgrund der parallel verlaufenden Trends und der fachlichen Komplexität empfehlen wir, sich im Rahmen eines Investmentfonds an den Chancen des Medizintechnik-Sektors zu beteiligen.